Das Salz der Erde

7. August 2001, 13:00
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Ernährungswissenschafter empfehlen jodhaltiges Salz für die geistige Entwicklung und körperliche Leistungsfähigkeit

Wien - Die in Österreich und Deutschland verwendeten Lebensmittel sind oft arm an Jod. Dabei ist es ein wesentlicher Baustein der Schilddrüsenhormone, die sowohl für die Anregung vieler Stoffwechselprozesse im Körper als auch für die geistige Entwicklung und körperliche Leistungsfähigkeit verantwortlich sind, so die Expertin Ines Drewe vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.

Bei einer zu geringen Jodzufuhr wächst die Schilddrüse zu einem Kropf (Struma), um die geringe Menge besser ausnutzen zu können. Folgen der Veränderungen des Schilddrüsengewebes durch die Vergrößerung sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, brüchige Haare und spröde Fingernägel.

Schwangere und Stillende haben einen höheren Jodbedarf als sonstige Erwachsene, damit sich ihre Kinder körperlich und geistig normal entwickeln können. Da die hierzulande verwendeten Lebensmittel jodarm sind, sollte nach DIET-Empfehlung in jedem Haushalt jodiertes Speisesalz und damit hergestellte Lebensmittel verwendet werden, so Drewe.

Jodiertes Speisesalz enthält pro Gramm Salz 15 bis 25 Mikrogramm Jod. So genanntes Reformsalz oder Meersalz enthalten, wenn sie nicht jodiert sind, nur unzureichende Mengen, betonte Drewe. Der Gehalt pflanzlicher und tierischer Lebensmittel ist von der Beschaffenheit des Bodens im Erzeugergebiet abhängig.

Viel Jod enthalten Seefisch und andere maritime Produkte und sollten daher zwei Mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Empfohlene Sorten sind mit bis zu 140 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm Schellfisch, Seelachs, Scholle oder Kabeljau. Wählt man nun noch fettreiche Sorten wie Makrele, Hering, Lachs oder Thunfisch, so schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn diese enthalten neben Jod (53 Mikrogramm Jod/ 100 g Fisch) einen hohen Anteil an wichtigen natürlichen Eicosanen (Omega-3-Fettsäuren), die hohen Triglycerid- und Cholesterinwerten entgegenwirken und das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern.

Der Tagesbedarf an Jod von Jugendlichen und Erwachsenen liegt bei 200 Mikrogramm Jod und ist enthalten in 48 Gramm Schellfisch, 104 Gramm Seelachs, 166 Gramm Kabeljau, 400 Gramm Tunfisch. 380 Gramm Hering, 1.000 Gramm Spinat oder 2.100 Gramm Roggenbrot. Schwangere benötigen 230, Stillende 260 Mikrogramm Jod pro Tag, Kinder von vier bis 13 Jahren 120 bis 180 Mikrogramm. (APA)

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