Parlamentarischer Untersuchungsausschuss ermittelt

8. August 2001, 13:32
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Italiens Polizeichef und Agnoletto vom "Genoa Social Forum" (Bild) werden vernommen

Rom - Der Untersuchungsausschuss des italienischen Parlaments, der die Hintergründe der schweren Krawalle beim G-8-Gipfel in Genua beleuchten soll, hat am Dienstag mit der Vernehmung des Bürgermeisters von Genua, Domenico Pericu, seine Arbeit aufgenommen. Die 36 Parlamentarier aus der Mitte-Rechts-Koalition und der oppositionellen Mitte-Links-Allianz werden danach Polizeichef Gianni De Gennaro sowie Vittorio Agnoletto, Chef des "Genoa Social Forum", Dachverband der pazifistischen Globalisierungsgegner, vernehmen.

Auf Anfrage der postfaschistischen Regierungspartei Alleanza Nazionale sollen auch die Gewerkschafter der Polizei vernommen werden, die nach den Krawallen in Genua der Brutalität gegen friedliche und unbewaffnete Demonstranten beschuldigt wird. Die Mitte-Links-Allianz will auch den Vizepremier Gianfranco Fini, Chef der Alleanza Nazionale, vernehmen, der während des G-8 in Genua war. Die Linke wirft der Partei Verbindungen mit rechtsextremen Gruppen in der Polizei vor, die für die Gewalttätigkeiten gegen Demonstranten in einer Polizeistation von Genua verantwortlich gemacht werden. Die Untersuchungskommission hat bis zum 20. September Zeit, ihre Schlüsse über die Krawalle in Genua zu ziehen, bei denen ein 23-jähriger Globalisierungsgegner, Carlo Giuliani, durch einen Carabiniere ums Leben gekommen ist.

Der italienische Ministerrat wird am Donnerstag die neuen Präfekten und den Polizeichef von Genua ernennen, die vergangene Woche abgesetzt worden waren. Der bisherige Polizeichef von Genua, Francesco Colucci, wurde beschuldigt, als Chef der Anti-Terroreinheit bei der Polizei-Razzia gegen das Pressebüro des "Genoa Social Forum" am 21. Juli persönlich anwesend und daher bestens über die Dynamik der weithin kritisierten Aktion informiert gewesen zu sein. Die Suche nach einem Nachfolger scheint aber nicht leicht zu sein. (APA)

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