Kursk: Unwetter und hoher Wellengang könnten Bergung behindern

7. August 2001, 09:18
posten

Vorbereitung zur Hebung laufen auf vollen Touren

Moskau - Die Vorbereitungen zur Hebung des 18.000 Tonnen schweren Atom-U-Bootes "Kursk" aus den Tiefen der Barentssee laufen auf vollen Touren. Derzeit fräsen Spezialtaucher in 100 Meter Tiefe Löcher in den Rumpf des Unterwassergiganten. An 26 Stahlseilen soll das Wrack Mitte September angehoben und unter dem 140 Meter langen Ponton "Giant" (Gigant) festgemacht werden.

Die Bergung des vor einem Jahr mit 118 Mann Besatzung verunglückten russischen Atom-U-Bootes "Kursk" kostet vermutlich 50 Millionen Dollar (56,8 Mill. Euro/781 Mill. S). Entgegen früheren Ankündigungen soll in diesem Monat zuerst der zerstörte Bug mit Hilfe einer ferngesteuerten Säge vom Wrack abgetrennt werden. Die vordere Torpedokammer mit ihren hochexplosiven Munitionsresten könnte beim Anheben abreißen. Im Meeresboden verankerte riesige Hydraulikzylinder sollen eine Sägekette durch die Stahlhülle der "Kursk" ziehen.

Die größte Sorge bereitet den Spezialisten aus Norwegen, den Niederlanden und Russland das Wetter. Gehen die Wellen im September über zwei Meter hoch, wird die wichtigste Aufgabe äußerst schwierig. Computergesteuert sollen auf den Ponton "Giant" montierte Hydraulikheber die gigantische Last langsam nach oben ziehen. Bis knapp unter die Wasseroberfläche angehoben, wird die "Kursk" in Richtung Küste geschleppt. Dort nehmen zwei jeweils 100 Meter lange Spezialpontons den "Giant" Huckepack und heben ihn mit dem "Kursk"- Wrack in das geheime Trockendock Rosljakowo bei Murmansk. (APA/dpa)

Share if you care.