BASF: Gewinn verdampft

7. August 2001, 11:45
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Nach den schlechten Ergebniszahlen werden weitere 1200 Stellen abgebaut

London - Europas größte Chemiegruppe BASF hat im zweiten Quartal im Zuge der konjunkturellen Abkühlung einen deutlicheren Ergebnisrückgang als von Analysten erwartet hinnehmen müssen und den Abbau von zusätzlichen 1.200 Arbeitsplätzen angekündigt. Auch für das Gesamtjahr werde nunmehr einen Rückgang des Betriebsergebnisses vor Sondereinflüssen aus dem fortgeführten Geschäft erwartet, teilte der Konzern am Dienstag in London mit.

Schlechtes Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen fiel den Angaben zufolge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,9 Prozent auf 751 Mill. Euro (10,33 Mrd. S). Analysten hatten im Durchschnitt 835 Mill. Euro erwartet. Die BASF-Aktie gab nach den Ankündigungen um 2,2 Prozent nach.

1200 Stellen werden abgebaut

Zusätzlich zu den bereits angekündigten Maßnahmen und Standortschließungen beabsichtige BASF innerhalb der nächste 18 Monate weltweit weitere 1.200 Arbeitsplätze abzubauen, teilte der Konzern mit. Dadurch werde der Stellenabbau in dem Zeitraum weltweit 4.000 Mitarbeiter umfassen. Durch das Restrukturierungsprogramm sollen nach BASF-Angaben jährliche Kosteneinsparungen von 400 Mill. Euro erzielt werden. 2002 sollen durch Standortschließungen Einsparungen von 190 Mill. Euro erreicht werden. Zudem werde BASF im kommenden Jahr die Investitionen um 400 Mill. Euro verringern, hieß es weiter. Im zweiten Quartal seien durch die Maßnahmen Sonderaufwendungen von 450 Mill. Euro angefallen.

Chemiegeschäft leidet

Das Chemiegeschäft habe besonders unter der aktuellen Nachfrageschwäche gelitten, hieß es bei BASF. Insgesamt sei das wirtschaftliche Umfeld im Quartal schwierig gewesen. Dennoch hätten alle Konzernbereiche schwarze Zahlen geschrieben. Unter den gegenwärtige Bedingungen sei aber das mittelfristige Ertragsziel, das Ergebnis vor Sondereinflüssen aus dem fortgeführten Geschäft in den Jahren 2000 bis 2002 um durchschnittlich zehn Prozent zu erhöhen, nur mit äußersten Anstrengungen zu erreichen. Dazu sei ein wesentlicher Wirtschaftsaufschwung in den OECD-Staaten bis zu Jahreswechsel erforderlich.

Den weiteren Angaben zufolge verzeichnete BASF im zweiten Quartal beim Umsatz einen Rückgang um 7,1 Prozent auf 8,329 Mrd. Euro. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit sank um 65,9 Prozent auf 304 Mill. Euro. Nach Steuern und Anteilen Dritter erwirtschaftete BASF einen Gewinn von elf Mill. Euro nach 448 Mill. Euro im zweiten Quartal des Vorjahres.

Aktienrückkauf durch BASF

BASF bekräftigte zudem die Absicht, noch im laufenden Jahr für rund 1,3 Mrd. Euro Aktien zurückzukaufen. Im ersten Halbjahr habe der Ludwigshafener Konzern 410.000 Aktien für 19 Mill. Euro zurückgekauft. Ziel des Programms, das auch 2002 fortgeführt werden solle, sei Verminderung der Eigenkapitalquote und der Kapitalkosten im Konzern. (APA/Reuters)

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