Genpflanzen: "Terminator" droht

6. August 2001, 20:49
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US-Agrarministerium gibt hoch umstrittene Patente frei

Washington - Das US-Agrarministerium hat eine der umstrittensten Genkreationen zur Entwicklung freigegeben: "Terminator"-Pflanzen, die gentechnisch so verändert sind, dass ihre Früchte steril sind und nur durch Besprühen mit Chemikalien wieder fruchtbar werden. Damit soll der Genfluss in die Umwelt minimiert werden, damit wird aber auch verhindert, dass Bauern aus ihrer Ernte einfach wieder Saatgut ziehen: Sie müssen erst die Chemikalie kaufen.

Alle großen Agrargentechnikfirmen halten Patente auf "Terminator"-Pflanzen. Aber die Umweltorganisation Rafi hat seit Bekanntwerden der ersten Patente 1998 jede Anwendung verhindert: Man fand Verbündete nicht nur im Umweltlager, sondern auch bei der Welternährungsorganisation FAO und der Rockefeller-Foundation, die sich um Saatgut für die Dritte Welt kümmert. Auf ihren Druck hin schwor 1999 Branchenführer Monsanto öffentlich dem "Terminator" ab, andere Firmen folgten.

Das US-Agrarministerium folgte nicht. Es hält gemeinsam mit dem Saatguthersteller Delta & Pine Land drei "Terminator"-Patente und hat dem Partner nun den Weg freigegeben. Im Jahr 2003 sollen die ersten Pflanzen kommen.

(jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 07.08.2001)

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