Billiger Plastikchip in Entwicklung

9. August 2001, 09:22
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"Herkömmliche" Silizium-Chips werden sie nicht ersetzen

Wien/Erlangen - Ein riesiges Anwendungspotenzial wird Plastikchips prophezeit, die in drei bis fünf Jahren Marktreife bekommen dürften: Als intelligente Etiketten auf Verpackungen oder als Markennamenschutz auf Kleidungsstücken. Auch in Konkurrenz zu Strichcodes, Briefmarken und dem Wasserzeichen auf Geldscheinen könnten die biegsamen Halbleiter treten.

Bei Siemens Deutschland wird deshalb seit 1998 intensiv an Plastikchips geforscht, die man aufspritzen oder - ähnlich Tintenstrahldruckern - aufdrucken können wird. Als Ersatz für "herkömmliche" Silizium-Chips, wie sie in elektronischen Geräten stecken, wird der Kunststoffspeicher jedoch nicht taugen, erklärt Wolfgang Clemens, der zuständige Projektleiter bei Siemens in Erlangen: "Silizium-Prozessoren arbeiten in hohen Frequenzen, die man mit der Leitfähigkeit von Kunststoffen nicht erreichen kann." Die Plastikchips, so Clemens, werden vielmehr als "low-cost-Produkt" eingestuft, das sich aufgrund hoher Stückzahlen rechnen würde. Derzeit, so Clemens, müsse man sich noch auf Grundlagenforschung konzentrieren; auch bei der präzisen Drucktechnik, die die Herstellung von solchen Chips erfordert, gebe es noch Probleme.

(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 07.08.2001)

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