Starke Sonnenstürme schädigen unsere Ozonschicht

6. August 2001, 20:18
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NASA untersuchte eine Reihe von riesigen Sonnenexplosionen

Washington - Wissenschaftler des Goddard Space Flight Center der NASA haben jetzt weitere Beweise dafür gefunden, dass starke Sonnenstürme die Ozonschicht der Erde schädigen. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" berichten, senden Sonnenexlosionen elektrisch geladene Teilchen in die Erdatmosphäre, wo sie Stickstoff- und Wassermoleküle spalten. Die so gebildeten Stick- und Wasserstoffoxide greifen Ozon an und zerstören es.

Charles Jackman vom Laboratory for Atmospheres des Goddard Space Flight Center und sein Team hatten mithilfe von Satellitendaten eine Reihe von riesigen Sonnenexplosionen untersucht, die im Juli 2000 auftraten. Der gewaltige Sonnensturm - der drittgrößte der letzten 30 Jahre - bombardierte die Erde mit Protonen, die zur Entstehung von Stick- und Wasserstoffoxiden in den hohen Schichten der Atmosphäre führten. Die Stickoxide zerstörten in der oberen Stratosphäre der Erde bis zu neun Prozent des Ozons. Winde blasen die Stickoxide in die Stratosphäre, wo sie sich wochen- bis monatelang halten können, so die Forscher. Die Wasserstoffoxide vernichteten in der mittleren Mesosphäre bis zu 70 Prozent des Ozons. Die Zerstörung dauerte nur während des Protonenstroms an. Da sich 80 Prozent des für Menschen wichtigen Ozons in der mittleren und unteren Stratosphäre befinden und nur wenige Prozent in der Mesosphäre und oberen Stratosphäre, sind die Auswirkungen auf die Erde laut Jackman aber minimal.

Interessant sei das Geschehen für die Forschung: "Die Sonnenstürme helfen uns bei der Überprüfung unserer Modelle. Bevor wir die Gefährdung der Ozonschicht durch menschliche Einwirkung beurteilen können, müssen wir zuerst die Wirkung der natürlichen Ozonzerstörung kennen", so Jackman. (pte)

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