Inhaftierte klagen italienische Polizei wegen sexueller Belästigung

6. August 2001, 17:51
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Italiens Exekutive weiter unter Druck

Rom/Genua - Die Brutalität der italienischen Polizei gegen die im Zusammenhang mit den Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua inhaftierten Demonstranten sorgt in Italien weiterhin für Schlagzeilen. Nach den Berichten über sexuelle Misshandlungen an Aktivistinnen der österreichischen Theatergruppe "VolxTheaterKarawane" werden nun weitere fünf Globalisierungsgegnerinnen Klagen gegen die Polizei einreichen, wie in italienischen Medien am Montag berichtet wurde.

Nach Angaben ihrer Rechtsanwältin Simonetta Crisci seien die Frauen im Hauptquartier des Dachverbands der pazifistischen Globalisierungsgegner "Genoa Social Forum" (GSF) festgenommen und in die Polizeistation Bolzaneto gebracht worden, wo laut den Klagen mehrerer Personen die Polizei brutal gegen die Festgenommenen vorgegangen sei. Die Frauen seien schweren sexuellen Belästigungen unterzogen worden. Weitere Klagen wurden gegen die Polizei wegen Misshandlungen eingereicht. Die Polizei werde sich wegen Amtsmissbrauch und Verletzungen verantworten müssen.

Die Rechtsanwältin erklärte, sie sei in der Lage, den Richtern ärztliche Befunde vorzulegen, die die Verletzungen ihrer Mandanten beweisen würden. Crisci erklärte, sie erwäge auch Klagen gegen Polizeifunktionäre, die in der Polizeistation präsent waren, aber nichts unternommen hätten, um die Gewalttätigkeiten gegen die Globalisierungsgegner zu verhindern. (APA)

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