Oö. Grüne kündigen heißen Herbst an

6. August 2001, 16:33
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Sie fordern Rechtsüberprüfung des Melker Prozesses

Linz - Aus Anlass der bevorstehenden Wiederinbetriebnahme von Block 1 des umstrittenen tschechischen Atomkraftwerkes Temelin kündigte der Klubobmann der Grünen im Oberösterreichischen Landtag, Rudi Anschober einen "heißen Herbst" an. So sollte unter anderem eine umfassende internationale Rechtsüberprüfung des Melker Prozesses in Auftrag gegeben werden. Denn die Grünen vermuten, dass eine ganze Reihe von Abmachungen des Abkommens von Melk bereits gebrochen worden sei.

Daüber hinaus solle der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V) "mehr Druck auf Wien" ausüben. Dabei sollte die Bundesregierung dazu aufgefordert werden, Deutschland und dem außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments zu folgen, und einen entschlossenen Stilllegungsappell zu formulieren, eine umfassende Ausstiegshilfe anzubieten und eine internationale Ausstiegskonferenz einzuberufen. Denn das sei während der mehr als 100 Tage Stillstand des Temelin-Reaktors nicht erfolgt. Nicht einmal zum EU-Sicherheitsbericht gebe es seitens des Bundeskanzlers eine Stellungnahme. Die Bundesregierung sei "das schwächste Glied im Widerstand gegen Temelin", kritisierte der Klubobmann der Grünen.

Für Anschober ist es nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Störfall eintrete. Nach den ihm vorliegenden Informationen wäre es eine Überraschung, wenn die Turbine, die wegen ihrer Probleme zur Unterbrechung des Probebetriebes geführt hatte, nunmehr funktionieren würde. Der "Stop-And-Go-Betrieb" des Temelin-Reaktors werde mit allen Risken fortgesetzt. Es gebe massive Zeitverzögerungen und damit auch Verteuerungen. Anschober rechnet damit, dass die kommerzielle Inbetriebnahme von Reaktorblock 1 frühestens im ersten Quartal 2002 erfolgen werde. (APA)

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