57-jähriger wollte Millionen von Haribo erpressen

6. August 2001, 17:16
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Zwei anonyme Schreiben brachten ihm nun die Verhaftung ein

Bonn - Ein 57-jähriger Mann hat versucht, den Bonner Süßwarenhersteller Haribo um zwei Millionen Mark (1,023 Mill. Euro/14,1 Mill. S) zu erpressen. Der Mann habe seit Anfang Juli in zwei anonymen Schreiben gedroht, Produkte mit Pflanzenschutzmitteln zu vergiften, falls die Firma die Zahlung verweigere, sagte Haribo-Justitiar Ulrich Preußer am Montag in Bonn.

Geständnis

Nach intensiven Ermittlungen habe der Mann vergangene Woche festgenommen werden können, teilte die Polizei mit. Er habe den Erpressungsversuch inzwischen gestanden, Grund seien erhebliche finanzielle Probleme gewesen. Ein Richter erließ Haftbefehl. Zu keiner Zeit habe eine Gefahr für Unbeteiligte bestanden, betonte die Polizei.

Keine Geldübergabe

Als das erste Schreiben des Erpressers einging, sei das Unternehmen, das unter anderem Gummibärchen herstellt, zum Schein zunächst auf die Forderungen eingegangen, sagte Preußer. Bei einer telefonischen Kontaktaufnahme habe die Polizei dann den Standort des mutmaßlichen Erpressers im Rheinisch-Bergischen Kreis ausfindig machen und ihn festnehmen können. Zu einer Geldübergabe sei es gar nicht erst gekommen.

"Es hat uns nicht ganz unvorbereitet getroffen", sagte Preußer. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt habe in der Vergangenheit über das richtige Verhalten von Unternehmen bei Erpressungsversuchen informiert. (APA/dpa)

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