"Personal Health Monitor" könnte vieles vereinfachen

6. August 2001, 15:01
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Gesundheitliche Daten von zuhause verschicken

Karlsruhe - Zur Ermittlung von Messwerten, die über Erkrankungen Aufschluss geben, müssen sich Patienten derzeit zum Arzt begeben oder Messgeräte nutzen, die ihre Bewegungsfreiheit beeinträchtigen. Dies könnte sich jedoch künftig ändern: Wissenschaftler am Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) der Universität Karlsruhe arbeiten jetzt an einem transportablen System mit winzigen Sensoren, dass die Gesundheit seines Trägers laufend überwacht. Untersuchungswerte wie Blutdruck, Pulsfrequenz, Augeninnendruck und Glukosekonzentration kann der Patient dann bequem von zu Hause aus messen.

Der so genannte "Personal Health Monitor" besteht aus einem mobilen Signalverarbeitungssystem an das kleine Messfühler angeschlossen sind. Zur Messung der Herzfrequenz könnten dies tragbare Pflaster mit Elektroden sein und zur Ermittlung des Augeninnendrucks ein Gerät in Form eines Fernglases. Die beim Patienten gemessenen Werte wertet das System aus und leitet sie an eine Basisstation weiter - ein Handy oder einen Computer. Die Daten werden dort mittels intelligenter Algorithmen analysiert. Bei gefährlichen Untersuchungsergebnissen wird ein Notfallalarm ausgelöst. Ärzte können auf die Daten ebenfalls zugreifen, da sie zudem in einer medizinischen Datenbank gespeichert werden. "Dem Patienten ist es so möglich, wesentlich mehr Zeit während der Untersuchungsphase, der Behandlungsphase und der Rehabilitationsphase zu Hause zu verbringen", sagt Projektkoordinator Wilhelm Stork vom ITIV. Die Kosten für stationäre Klinikaufenthalte könnten deutlich gesenkt werden, so Stork. Zudem entstünden durch die gleichzeitige Erfassung und Auswertung einer ganzen Reihe von Untersuchungswerten völlig neue Ansätze zur Diagnose und Therapie.

In Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus der Industrie und der Klinik für Anästhesiologie der Universität Erlangen-Nürnberg soll der "Personal Health Monitor" bis zur Marktreife weiterentwickelt und vermarktet werden. Das Projekt läuft bis Ende 2004 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. (pte)

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