Massive Umweltverschmutzung durch Öl in Sibirien

6. August 2001, 14:41
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EinwohnerInnen der Region gefährdet

Hamburg/Moskau - In Westsibirien sind nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace 700.000 bis 840.000 Hektar Land ölverseucht. Wegen der Ölförderung und des Transports sowie zahlreicher Unfälle würden auch das Oberflächen- und das Grundwasser sowie die Luft massiv verschmutzt. Das seien die Haupterkenntnisse einer Studie des niederländischen Beratungsbüros IWACO, die Greenpeace-Mitarbeiter aus Russland, Deutschland und den Niederlanden am Montag in Moskau und Hamburg vorstellten. Die Weltbank klassifizierte nach Greenpeace-Angaben das Samotlor-Ölfeld, in dem seit 40 Jahren Öl gefördert wird, im vergangenen Jahr als "ökologische Katastrophenzone".

Für viele Einwohner der Region ergeben sich der Studie zufolge erhebliche Gesundheitsrisiken. 97 Prozent des Trinkwassers aus dem Fluss Vakh beispielsweise hätten die russischen Grenzwerte der zulässigen Ölverschmutzung in den vergangenen fünf Jahren überschritten. Etwa 50 Prozent der befischten Flüsse in der Region seien ölverschmutzt, hieß es weiter. Hauptursachen seien zahlreiche Ölaustritte und Unfälle an Pipelines und Förderanlagen, die Freisetzung von Bohrabfällen, leckende Lagertanks und Mülldeponien sowie das Abfackeln von Gas und Öl. (APA/dpa)

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