Streik lähmt Südafrikas Autoindustrie

6. August 2001, 16:59
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21.000 Automobilarbeiter fordern Gehaltserhöhung - BMW, DaimlerChrysler und VW betroffen

Johannesburg - Mindestens 21.000 Beschäftigte der Automobilindustrie in Südafrika sind am Montag nach Angaben der Gewerkschaft in einen unbefristeten Streik getreten. Die Nationalunion der Metallarbeiter Südafrikas (NUMSA) fordert für ihre Mitglieder Gehaltserhöhungen von zwölf Prozent. Die Arbeitgeber haben 7,5 Prozent angeboten.

Die Beschäftigten in insgesamt sieben Autofabriken hätten um 10.00 Uhr (MESZ) die Arbeit niedergelegt. Vom Ausstand betroffen sind die Konzerne BMW, DaimlerChrysler, Delta, Ford, Volkswagen, Toyota und Nissan. Der Arbeitgeberverband der Automobilindustrie sprach von Verlusten in Millionenhöhe.

Konservative Arbeitgeber

In Südafrika habe man es mit konservativen Arbeitgebern zu tun, sagte der NUMSA-Vertreter und verwies darauf, dass Tarifvereinbarungen zwischen 1995 und 1998 jedes Mal mit Hilfe eines Streiks hätten durchgesetzt werden müssen. Die Gewerkschaften streben eine zweijährige Laufzeit für die Tarifvereinbarung an, die Arbeitgeber wollen eine Vereinbarung über drei Jahre. Die Gewerkschaftsforderung liegt oberhalb der Inflationsrate. Allerdings habe die Kaufkraft der Arbeitnehmer seit Unterzeichnung des letzten Gehaltstarifvertrags deutlich nachgelassen, sagte der NUMSA-Sprecher.

"Wir haben bereits ein großzügiges Angebot unterbreitet, und ich glaube nicht, dass es noch Spielraum gibt," sagte ein Sprecher der Arbeitgeberverbandes der Automobilindustrie. Sollte der Streik eine Woche dauern, werde er Einfluss auf die Kontrakte haben, und die sieben betroffenen Firmen könnten Einnahmeverluste in Höhe von 266 Mill. DM (136,0 Mill. Euro/1,87 Mrd. S) erleiden. Die meisten Autofirmen Südafrikas sind von ihren Mutterkonzernen mit milliardenschweren Export-Kontrakten ausgestattet, um Fahrzeuge und Fahrzeugteile zu liefern. In der südafrikanischen Automobilindustrie sind rund 30.000 Menschen beschäftigt. Die Branche ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. (APA/Reuters)

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