Frisches Kapital für igeneon

7. August 2001, 16:20
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Wiener Krebs- Impfstoffforscher stark auf Wachstumskurs - Börsegang angedacht

Wien - Das österreichische Biotech-Unternehmen igeneon AG mit Sitz in Wien sieht sich nach einer erfolgreichen zweiten Finanzierungsrunde stark auf Wachstumstumskurs. In der für Österreich bisher größten Finanzierung für ein Biotech-Unternehmen wurde igeneon im Rahmen einer Privatplatzierung ("private placement") von mehreren institutionellen Investoren insgesamt 30 Mill. Euro (413 Mill. S) zur Verfügung gestellt. Diese Mittel sollen die angelaufenen klinischen Studien in Europa und den USA finanzieren, die Technologieplattformen weiterentwickeln und die Zahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung (F&E) auf rund 60 verdoppeln.

igeneon beschäftigt sich mit der Entwicklung innovativer Immuntherapien gegen Krebserkrankungen, die die Bildung und Ausbreitung von Metastasen verhindern. Damit werde die Lebenssituation von Krebspatienten entscheidend verbessert. Das Unternehmen hat bisher rund 4,5 Mill. Euro in die Forschung und Entwicklung in neue Behandlungsmethoden zur Krebstherapie investiert.

Die Hälfte der jetzt aufgebrachten 30 Mill. Euro kam von einem Konsortium unter der Führung der Deutschen Venture Capital als "lead investor", dem weitere Investoren vor allem aus Deutschland und Österreich angehören, darunter DB-Investor, BDW, CBG und Horizonte. 40 Prozent des Volumens stellten die Venture Capital-Spezialisten 3i sowie der Novartis Venture Fund zur Verfügung.

"Grown-up-Unternehmen"

"Wir sind von einem Start-up zu einem Grown-up-Unternehmen geworden", umriss Vorstandsvorsitzender (CEO) und Mitgründer Hans Loibner heute, Montag, die aktuelle Situation des vor zwei Jahren von ihm und einem Kollegen gegründeten Unternehmens bei einer Pressekonferenz in Wien. Vor zwei Jahren erfolgte die erste Finanzierung, das so genannte "seed financing". Gründer und Management halten nach dieser Finanzierungsrunde noch rund 25 Prozent der igeneon-Anteile.

In der Pipeline befinden sich derzeit fünf Produkte, davon zwei bereits in klinischer Erprobung am Menschen. Die Erfolgsaussichten für diese Präparate liegen laut Loibner bei rund 50 Prozent. igeneon könnte 2004 oder 2005 die erste Zulassung für einen Krebsimpfstoff erreichen. Etwa zu dieser Zeit soll erwartungsgemäß auch die Gewinnschwelle ("break-even") erreicht werden.

Ausstieg oder Börsegang

Priorität für den Ausstieg der Investoren ist ein Börsegang, aber auch ein Komplettverkauf an einen strategischen Partner ("trade sale") sei denkbar. Ziel sei im Moment weniger der Börsegang selbst als vielmehr die Börsereife. "Wir wollen in einer Situation sein, dass wir im Bedarfsfall jederzeit schnell und effizient an die Börse gehen könnten", so Stermetz. (APA)

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