Böhler-Uddeholm: Anteilsverkauf derzeit kein Thema

6. August 2001, 13:45
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Für Konzernchef Claus Raidl ist auch kein strategischer Partner in Sicht

Wien - Für die staatliche Industrieholding ÖIAG kommt ein Verkauf von Anteilen am börsenotierten Edelstahlunternehmen Böhler-Uddeholm AG derzeit nicht in Frage. Wie die ÖIAG in einer Pressemitteilung vom Montag betonte, seien im ÖIAG-Gesetz 2000 und in den Beschlüssen der ÖIAG-Hauptversammlung vom 17. Mai 2000 weder Zeitpunkt noch Umfang einer möglichen weiteren Abgabe von Anteilen festgelegt. Die ÖIAG hält an Böhler-Uddeholm derzeit 25 Prozent.

Vorschläge werden nicht weiter verfolgt

Dass zuletzt mehrere Finanzinvestoren Interesse bekundet hätten, den Edelstahlhersteller teilweise oder zur Gänze zu übernehmen, habe der Böhler-Uddeholm-Vorstand mit dem ÖIAG-Vorstand und einem weiteren österreichischen Großaktionär diskutiert und geprüft, hieß es. Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, die vorliegenden Vorschläge derzeit nicht weiter zu verfolgen. "Die von den Interessenten vorgeschlagene Vorgangsweise würde die frei verfügbaren Finanzmittel des Unternehmens beschneiden und damit das weitere Wachstum und die positive Ertragsentwicklung von Böhler erschweren", heißt es in der Presseinformation der ÖIAG weiter.

Im Zusammenhang mit einem Einstieg bei Böhler-Uddeholm waren in jüngster Vergangenheit als Interessenten der britische Investor CVC, der von der Bank Austria den Zuschlag für den Faserhersteller Lenzing erhalten hat, sowie der Industrielle Hannes Androsch in Medienberichten namentlich kolportiert worden. Genannt wurde aber auch ein österreichisches Konsortium rund um die Familien Fries und Hable, das über die Börse bereits einen Anteil von deutlich mehr als 5 Prozent an Böhler-Uddeholm erworben hat und seit kurzem nach der ÖIAG zweitgrößter Einzelaktionär ist.

Kein strategischer Partner in Sicht

Böhler-Uddeholm-Konzernchef Claus Raidl selbst sagte in einem Interview mit dem "WirtschaftsBlatt" (Wochenend-Ausgabe), dass derzeit "vierzehn Finanzinvestoren bei Böhler-Uddeholm Schlange stehen". Für strategische Partner, so Raidl, sei er offen, "nur sehen wir keinen". (APA)

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