Schulen-Monitoring: Ein "Gut" für die Hauptschulen

7. August 2001, 15:49
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Volksschulen schnitten noch besser ab

Wien - Ein "Gut" steht im Zeugnis der österreichischen Hauptschulen. Nach einer vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen Monitoring-Studie wurden die Hauptschulen von den Befragten mit einem Notenschnitt von 2,18 bedacht. Den in den vergangenen Wochen bei der Diskussion um die Einführung von Aufnahmeprüfungen für die AHS von vielen Seiten beklagten Qualitätsverlust der Hauptschulen sahen die Befragten offenbar nicht: Die Bewertung der Hauptschulen hat sich in den vergangenen Jahren sogar stetig verbessert und stieg von 1993 bis 2001 von 2,5 auf 2,18.

Bei der vom Meinungsforschungsinstitut IFES im Mai unter 2.000 Österreichern über 15 Jahren durchgeführten Erhebung wurde die Beurteilung der Qualität der heimischen Schulen abgefragt. Dabei vergaben im Hauptschulbereich 65 Prozent die Noten "Sehr Gut" und "Gut", 22 Prozent griffen zum "Befriedigend". Als dezidiert schlecht wird die Hauptschule nur von jenen acht Prozent eingestuft, die bei der Bewertung die Noten "Genügend" und "Nicht Genügend" bemühten. Noch besser ist die Einschätzung der Hauptschule bei den Eltern jener Kinder, die diesen Schulzweig auch besuchen: Von ihnen vergaben sogar 73 Prozent ein "Sehr Gut" oder "Gut".

Engagierte Lehrer

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) führt die "erfreuliche Entwicklung" vor allem auf die engagierte Arbeit der Lehrer zurück. Vielen Hauptschulen sei es darüber hinaus gelungen, die Schulautonomie zu nützen und attraktive Unterrichtsschwerpunkte zu setzen. So hätten über 250 Hauptschulen einen Informatik-Schwerpunkt eingeführt, der etwa die Absolvierung der Prüfung zum Europäischen Computerführerschein (ECDL) zum Ziel haben könne. Weitere häufig gewählte Schwerpunkte liegen laut Gehrer im Bereich der Fremdsprachenausbildung, im wirtschaftskundlichen, künstlerisch-kreativen und im naturkundlich-technischen Bereich. Sehr beliebt wären auch Sporthauptschulen.

Wie jedes Jahr schneiden bei der Monitoring-Studie die Volksschulen am besten ab. 81 Prozent der Befragten beurteilen die Volksschulen mit "Sehr Gut" oder "Gut", 14 Prozent gaben ein "Befriedigend", nur drei Prozent einen Vierer oder Fünfer. Insgesamt ergibt dies einen Notenschnitt von 1,87. Noch besser werden die Einrichtungen von Eltern von Volksschülern bewertet: In dieser Gruppe griffen sogar 88 Prozent der Befragten zum "Sehr Gut" oder "Gut".

Auch die Qualität des Schul- und Bildungswesens insgesamt ist nach Ansicht der Befragten unverändert hoch. Wie im Vorjahr wurde ein Notenschnitt von 2,0 vergeben. 75 Prozent griffen dabei zum Einser oder Zweier, 19 Prozent zum Dreier und nur vier Prozent zum "Genügend" oder "Nicht Genügend". (APA)

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