Kinder verunglücken im Sommer häufiger

7. August 2001, 08:30
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Österreich ist Schlusslicht der EU

Wien - "Österreich ist bezüglich der Kindersicherheit das Schlusslicht der EU. Hierzulande kommen fast zehn getötete Kinder auf 100.000 Einwohner, noch unsicherer leben nur junge Portugiesen", alarmierte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), am Montag anlässlich der Präsentation der "Kinderverkehrsunfallbilanz 2000" in Wien.

Insgesamt kam es auf Österreichs Straßen im vergangenen Jahr zu 3886 Unfällen, an denen Kinder beteiligt waren, 27 Kinder wurden dabei getötet. Rund die Hälfte der Unfälle passierte von Mai bis September. Die meisten Kinder (40 Prozent) verunglückten als Pkw-Beifahrer - nicht zuletzt, weil sie nicht angegurtet waren. 30 Prozent der bis 14-Jährigen wurden als Fußgänger verletzt. Verantwortlich dafür sei vor allem die mangelnde Beachtung des "absoluten Vorrangs" von Kindern durch Pkw-Lenker.

Auch außerhalb des Straßenverkehrs sind Kinder in der warmen Jahreszeit besonders unfallgefährdet: "Es gab im vergangenen Jahr etwa 188.000 Unfälle in den Bereichen Heim, Freizeit und Sport, 117.000 davon passierten im Sommer", erklärte Rupert Kiss, Leiter des Instituts "Sicher Leben". Besonders bei Sportarten wie Inlineskaten oder Radfahren sei das Verletzungsrisiko groß, es sollte daher immer die entsprechende Schutzausrüstung getragen werden. Der Großteil (rund 60 Prozent) aller Kinderunfälle passiere bei Freizeitaktivitäten außerhalb des Straßenverkehrs, das Tötungsrisiko sei allerdings bei Verkehrsunfällen höher. (kaf, DER STANDARD Print-Ausgabe 7.August 2001)

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