Tokio und Moskau sind die teuersten Städte der Welt

6. August 2001, 15:09
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Leben in Wien ist vergleichsweise günstig - Rang 60 für Österreichs Hauptstadt

Wien - Tokio, Moskau und Hongkong sind gemessen an den Lebenshaltungskosten für Ausländer die teuersten Städte der Welt. Am billigsten leben "Expats" dagegen im malawischen Blantyre und in dem indischen Softwarezentrum Bangalore, geht aus der jüngsten Studie des Beratungsunternehmens William M. Mercer hervor. Wien rangiert im weltweiten Ranking auf Platz 60. Unter den EU-Städten liegt die österreichische Bundeshauptstadt jedoch hinter London, Kopenhagen und Paris bereits auf Platz 4.

Wohnen, Essen und Transport als Berechnungsgrundlage

Die Studie, die jährlich erstellt wird, vergleicht die Preise für Wohnen, Essen, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Transport und Unterhaltung in 144 Großstädten der Welt. Die Ergebnisse dienen multinationalen Konzernen als Basis für die Zuschläge für ihre "Expatriates". Als Referenzstadt dient der Studie New York mit 100 Punkten. Tokio kommt im Vergleich dazu als teuerste Stadt der Welt auf 134 Punkte, Schlusslicht Blantyre dagegen nur auf 29,3 Indexpunkte. Die Tasse Kaffee kostet in Japans Hauptstadt um knapp ein Drittel mehr als in New York, eine Stunde Babysitting, Kinokarten oder Taxifahren sogar doppelt so viel.

Kluft wird kleiner

Trotz dieser großen Unterschiede, wird die Kluft zwischen der teuersten und der günstigsten Stadt der Welt zunehmend kleiner. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte laut Untersuchung der Abstand zwischen ihnen im Jahr 2000 um 20 Prozent. Ein Grund dafür sind die sinkenden Kosten von Importgütern, die in der Regel in erster Linie von Expatriates gekauft werden, vor allem in der Dritten Welt.

Dollarkurs wirkt sich auf die Studie aus

Die Ergebnisse der diesjährigen Studie waren neuerlich vom starken Dollar beeinflusst, heißt es weiter. Damit verteuerte sich das Leben der Ausländer vor allem in den amerikanischen Großstädten und damit auch New York. Die Ostküsten-Metropole kletterte von Platz 13 auf Platz 8 und findet sich damit erstmals unter den 10 teuersten Städten.

Die Top-Ten-Citys

Unter den Top Ten-Citys der Welt finden sich sieben in Südostasien. In Europa liegen Moskau (Gesamtrang 2, 132,4 Punkte), St. Petersburg (7; 106,5 Punkte) und London (12; 92,9 Punkte) an der Spitze. Die Ursache für die hohen Kosten in den russischen Metropolen ist ebenfalls der Dollar, weil er Zahlungsmittel der dort lebenden Ausländer ist. Auf Platz 4 bis 6 in Europa liegen die Schweizer Städte Genf (79,7) und Zürich (79,5) sowie die norwegische Hauptstadt Oslo (76,1).

London führt in der EU

Innerhalb der Europäischen Union (EU) bleibt London Spitzenreiter bei den Lebenshaltungskosten für Ausländer. Vor allem die im Vergleich deutlich höheren Wohnungsmieten, aber auch die hohen Kosten von privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln gelten als Preistreiber in der britischen Hauptstadt. Zweitteuerste Stadt hinter London in der EU ist Kopenhagen (Gesamtrang 56) gefolgt von Paris (57) und Wien (60). Beim Preis für eine Tasse Kaffee ist Wien mit umgerechnet 2,80 Dollar (3,18 Euro/43,8 S) sogar führend unter den EU-Städten. In London kostet Kaffe im Vergleich dazu "nur" 2,43 Dollar, in Kopenhagen 2,16 Dollar. Die billigste EU-Hauptstadt ist Lissabon (118) mit einem Index von 55,9 Punkten. (APA)

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