Discovery-Start wie geplant am Donnerstag

7. August 2001, 19:06
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Sonnen-Sonde "Genesis" startet bereits am MIttwochabend

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA unternimmt nach fünf Verschiebungen einen neuen Versuch, die Sonde "Genesis" zu ihrer spektakulären Reise in Richtung Sonne zu schicken. Wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte, wurden nach den tagelangen Unwettern diesmal gute Bedingungen für den Start am Mittwochabend (18.13 Uhr MESZ) erwartet. Nur einen Tag später soll dann die Raumfähre Discovery mit der dritten Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS starten.

"Genesis" soll 1,5 Millionen Kilometer in Richtung Sonne fliegen und dort winzige elektrisch geladene Teilchen einsammeln. Von diesen Atomen erhoffen sich Wissenschaftler Aufschluss darüber, wie unser Sonnensystem einst entstand und wie seine Urmaterie in ihrer frühsten Form aussieht. Ursprünglich sollte die Sonde bereits am Montag voriger Woche starten. Da die Techniker einen Stromwandler noch überprüfen wollte, wurde der Start zunächst ein erstes Mal abgesagt. Dann kam schlechtes Wetter auf, und die NASA musste den Start mehrfach nur wenige Minuten kurz vor dem "Liftoff" absagen.

Für die NASA gibt es danach kaum Zeit, um Luft zu holen. Am Donnerstag um 23.38 Uhr MESZ soll dann die Discovery zur ISS starten. Der Start war am Montag zunächst in Frage gestellt worden, nachdem Techniker an einem baugleichen Modell der Discovery-Feststoffraketen Risse in einem Teil der hydraulischen Lenkung gefunden hatten.

NASA-Techniker untersuchten daraufhin zahlreiche baugleiche Teile, fanden aber an keiner anderen Hydraulik Risse. Nach dieser gründlichen Analyse habe die NASA nun vollstes Vertrauen in die Sicherheit des Teils, sagte ein Sprecher. Weitere Arbeiten seien nicht notwendig; die Discovery sei flugbereit.

Ursprünglich war der Start der Fähre Discovery bereits für Juli geplant gewesen, doch wegen Problemen mit dem neuen ISS-Roboterarm war das Shuttleprogramm in Verzug geraten. Die jetzige Crew in der ISS - James Voss, Susan Helms und Juri Ussatschow - ist seit Anfang März im All.

Der neuen Langzeitbesatzung gehören im normalen Wechsel wieder ein amerikanischer Kommandant und zwei Kosmonauten an. Der 52- jährige Kommandant Frank Culbertson ist ein ehemaliger Testpilot, der bereits zum dritten Mal ins All fliegt. Seine russischen Kollegen sind der 39-jährige Wladimir Deschurow, der bereits 115 Tage an Bord der russischen Raumstation Mir verbracht hat, und der 41-jährige Michail Tjurin, für den es der erste Flug ins All ist. (APA/dpa)

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