Von Abenteurern und Superhirnen

6. August 2001, 13:26
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Deutschlands Private setzen 2002 auf viel Spaß und Spiel

Nur "in Planung angedacht" seien die Vorhaben des einstigen "Big Brother"-Senders RTL II für die kommende Saison. Zwei Wochen vor der Telemesse in Düsseldorf, wo Deutschlands öffentlich-rechtliche und private TV-Sender gleichermaßen in großem Stil ihre Programmhöhepunkte für die kommende Saison präsentieren werden, gibt man sich zumindest in Grüne-wald seltsam bedeckt. Genaue Daten will man auf STANDARD-Anfrage jedenfalls keine nennen. Nur so viel: die Doku-Soaps "Das Tierheim", "Die Schönheitsfarm", "Die Hundeschule" und "Die Mädchen-Clique" seien bis dato "rein hypothetisch". Vor September 2002 will man - wohl auch aufgrund der letzten "Big Brother"-Schlappe - nicht starten.

Samstagabend

Mit anderen Kalibern fährt freilich die Konkurrenz auf. In Antwort auf die Sat.1-Programmierung ihrer quotenträchtigen Fußballshow "ran", die seit 28. Juli jeweils Samstagabend im Hauptabend läuft, setzt Erzrivale RTL aufs Ratespiel: Neben Günther Jauch, der am Wochenende dreimal um 20.15 Uhr "Wer wird Millionär?" präsentiert, darf Kollege Hans Meiser regelmäßig mit seinen Kandidaten raten. "Quiz Einundzwanzig" läuft spätestens 2002 am Samstag direkt nach Jauch, berichtet der Branchendienst kressreport. Zwei weitere Shows sind angedacht: "Einer gegen 100" und die "Grips-Show" sollen das Ihrige zum Publikumserfolg tun. Auf Reality-TV à la "Big Brother" setzt man bei RTL keinen Euro, stattdessen probiert man es mit "Adventure Shows" mit klingenden Titeln wie "Ausgesetzt" oder "48 Stunden".

Im direkten Vergleich scheint Sat.1 damit vorerst das Nachsehen zu haben: Seit Beginn der Fußballshow vor einer Woche kämpft der zur Kirch-Gruppe gehörende Sender mit schwächelnden Quoten. Am Österreich-Vorbild "Taxi Orange" wird zwar weiterhin gefeilt, auf einen Sendetermin will man sich aber nicht festlegen.

An großen Innovationen ist ansonsten nicht viel zu erwarten. Die schwache Börsen-und Werbekonjunktur lässt auch die deutschen TV-Riesen vorsichtiger in die Zukunft blicken und in ihren neu justierten Werbepreisen deutlich moderater werden. Einschaltungen etwa beim RTL-Dauerbrenner "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ("GZSZ") werden billiger - wohl auch aufgrund der zuletzt stagnierenden Seherzahlen.

Ein Umstand, der auch beim ORF zum Umdenken geführt hat. Die zuletzt kolportierte Daily Soap mit dem viel versprechenden Titel "Tag für Tag" liegt jedenfalls vorläufig auf Eis. (prie/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.8.2001)

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