"Ain schöns silberns geschirr"

5. August 2001, 21:12
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Exponate aus der Sammlung Schloss Ambras

Innsbruck - Erzherzog Ferdinand II galt als einer der bedeutendsten habsburgischen Sammler und Mäzene. Bereits zu seinen Lebzeiten (1529-95) war seine Sammlung auf Schloss Ambras Anziehungspunkt für Fürsten und gebildete Reisende. Auf der prominenten Gästeliste findet man auch einen gewissen Johann Wolfgang von Goethe.

Der fürstliche Sammler hatte enormes Interesse an Rüstungen und legte eine ansehnliche Sammlung an, die auch für den eigenen Gebrauch bestimmt war. Die Rüstungen galten als Repräsentationsobjekte, aber auch als Zeugnis der Goldschmiede- und Metallkunst der Zeit. Die damals bedeutendsten Künstler, wie etwa Filippo Negroli aus Mailand oder Jörg Seusenhofer aus Innsbruck, arbeiteten für den Erzherzog. Von Letzterem stammt die wohl berühmteste Prunkrüstung - die Adlergarnitur. Kaiser Ferdinand I machte sie 1547 seinem 18-jährigen Sohn zum Geschenk.

Ferdinand II. sammelte aber auch Harnische berühmter Feldherren als "Dokumente geschichtlicher Ereignisse und als Exempel richtigen Handelns im Sinne eines Strebens nach Tugend". Oder Meisterstücke der Handwerkskunst: Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen zwei wunderschöne Kartenspiele, die durch eine etwas größere Ausführung und extrem kunstvolle Gestaltung bestechen. Eines der wertvollsten Exponate ist zweifellos der Maximilianpokal - Nürnberg, um 1510, zu dem im Ambraser Inventar aus dem Jahre 1596 Folgendes festgehalten ist: "Ain schöns silberns geschirr auf ainem hochen fuesz mit vergulten knorren auf dem luckh kaiser Maximiliani schild, wigt 6 markh." Die Sammlung beinhaltet aber auch eine Reihe possierlicher Tierfiguren, zahlreiche indoportugiesische Schätze und Gemälde.
(phil/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 8. 2001)

"Alle Wunder dieser Welt"
Schloss Ambras
bis 31. Oktober
täglich
10-17 Uhr
Sammlungen Schloß Ambras
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