FBI deckt Betrügerring auf

6. August 2001, 17:21
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Spuren führen nach Wien - Verhaftungen auch in Klagenfurt

Wien - Die amerikanische Bundespolizei FBI hat einen weltweit agierenden Ring von Anlagebetrügern aufgedeckt. Einer der Drahtzieher, der US-Bürger Regis Possino, tauchte bereits im vergangenen Jahr bei der Übernahme der als Börsenmakler tätigen Wiener General Commerce Bank (vormals WMP Bank) auf. Die Anlagebetrüger sollen weltweit einen gigantischen Schaden von umgerechnet 15 Mrd. S (1,1 Mrd. Euro) angerichtet haben. Dies berichtet Format. Den Meldungen zufolge hat das FBI vor zehn Tagen bei einer ersten Großrazzia in der thailändischen Hauptstadt Bangkok 81 Verdächtige, großteils Europäer, festgenommen. Der mit Maklerbüros in Amerika, Europa, Australien und Asien weltweit agierenden Truppe wird dem Bericht zufolge vorgeworfen, zuerst die Kurse wertloser Aktien in die Höhe getrieben und sie dann an Tausende Kunden verkauft zu haben. Weitere Razzien in neun Städten auf drei Kontinenten stünden bevor.

Ob ein Zusammenhang der FBI-Erhebungen mit vier Verhaftungen im Dunstkreis der General-Partners-Gruppe (die aus der WMP Bank und der Residenz Real hervorgegangen ist) besteht, war am Sonntag noch nicht klar: Am Freitag hat die Kriminalpolizei Klagenfurt vier Personen - darunter den Wiener Broker Wolfgang Kössner - festgenommen. Wie berichtet, wurden vor drei Wochen Vorerhebungen eingeleitet, nachdem in einer Anzeige der Hypo Alpe-Adria-Bank Vorwürfe erhoben worden waren. Kössner soll laut Anzeige über ein verschachteltes Firmennetz Vermögensdelikte begangen haben, bestreitet dies aber. (APA, red)

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