Überschwemmungen in Indien weiten sich aus

6. August 2001, 13:13
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Über 700.000 Menschen betroffen

Patna - Die Überschwemmungen im ostindischen Unionsstaat Bihar haben sich am Sonntag weiter ausgedehnt. Insgesamt sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 700.000 Menschen in 15 Verwaltungsbezirken von den Fluten betroffen. Örtliche Zeitungen berichteten von bisher sechs Toten. Große Teile der Getreideernte wurden vernichtet.

Die Armee brachte Menschen mit Booten in Sicherheit, Hubschrauber flogen Lebensmittel und Zelte in die Hochwassergebiete. Ursache der Überschwemmungen sind vor allem die starken Regenfälle im benachbarten Nepal, wie ein Behördensprecher mitteilte. Dort seien zudem mehrere Auffangbecken und Staudämme geöffnet worden.

6,2 Millionen Menschen trinken arsenhaltiges Wasser

Im Osten Indiens sind 6,2 Millionen Menschen durch hohe Arsenkonzentrationen im Trinkwasser bedroht. Die Regierung bemühe sich mit ausländischer Hilfe um Programme, damit die Menschen im Bundesstaat West Bengalen sauberes Wasser bekommen, sagte Gesundheitsstaatssekretär A. Raja am Montag im indischen Parlament. Im benachbarten Bangladesch trinken nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen bis zu 57 Millionen Menschen arsenhaltiges Grundwasser.

Das Arsen ist in Bodenschichten enthalten, die in den vergangenen Jahrzehnten für Rohrbrunnen angebohrt wurden. In Bangladesch wurde das Brunnenprogramm von den Vereinten Nationen unterstützt, bis die Gefahr durch das giftige Arsen erkannt wurde. Das Oberflächenwasser in Teichen und Flüssen enthält zwar kein Arsen, ist aber meist durch Erreger verseucht, die gefährliche Magen-Darm-Krankheiten auslösen. (APA/AP)

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