Deutschland: Kartellamt will Preise von Energiefirmen genauer beobachten

5. August 2001, 16:05
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Preisschwankungen von bis zu 300 Prozent

Bonn/Hannover - Das deutsche Bundeskartellamt will die Preise von Energieunternehmen genauer unter die Lupe nehmen. Das kündigte Kartellamtspräsident Ulf Böge an. Dabei geht es vor allem um Gebühren für die Durchleitung von Strom anderer Anbieter.

Nach einer Studie des Bundesverbands der Energie-Abnehmer (VEA) zu den Gebühren für die Durchleitung von Strom gibt es in Deutschland Preisschwankungen von bis zu 300 Prozent. Vor allem die nord- und ostdeutschen Stromnetzbetreiber verlangen überdurchschnittlich viel und behindern damit nach Meinung des Verbands den Wettbewerb.

"Wir werden nicht nur Musterverfahren führen, sondern auch Einzelbeschwerden bei Verdacht auf diskriminierende Durchleitungsgebühren nachgehen. Dann wird sehr schnell bewusst werden, dass es sich nicht rechnet, wenn man überhöhte Gebühren verlangt", sagte Böge. Beim ostdeutschen Versorger e.dis (Fürstenwalde) etwa habe eine Überprüfung zur Senkung der Preise um acht Prozent geführt. In der Behörde wurde eine neue Abteilung für die Überwachung des Wettbewerbs in dem Sektor gebildet. (APA/dpa)

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