Innsbrucker Forscher fanden bei Ötzi Flohbefall

5. August 2001, 21:20
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Demnach existiert der menschliche Parasit bereits seit 5.000 Jahren

Innsbruck - Der berühmte Eismann Ötzi hatte Flöhe. Diesen Nachweis der bisher ältesten Menschenflöhe haben Wissenschaftler der Universität Innsbruck erbracht, erklärte der Vorstand des Innsbrucker Instituts für Ur- und Frühgeschichte, Univ.-Prof. Konrad Spindler. Zwei Individuen des Menschenflohs seien von Univ.-Prof. Wolfgang Schedl vom Institut für Zoologie und Limnologie in der Kleidung des Eismannes entdeckt worden. Auf der Haut sei nichts mehr zu finden gewesen, da die Mumie zu Beginn der Untersuchungen gewaschen worden war, betonte Spindler. Demnach würde dieser menschliche Parasit bereits seit etwa 5.000 Jahre existieren, während der Lausbefall erst für das 5./6. vorchristliche Jahrhundert nachweisbar sei.

Das Kupferbeil Ötzis, das in der Vergangenheit als "Rarität" bezeichnet worden war, sei nach Ansicht Spindlers "für diese Zeit nicht unbedingt etwas Besonderes". Ötzi habe sich auf dem technologischen Höhepunkt seiner Zeit befunden. Das Kupferbeil sei demnach keine Ausnahmeerscheinung der Zeit gewesen.

Derartige Geräte seien im weiten Umkreis der Alpen verbreitet gewesen, wobei hierzu ein archäologischer Nachweis schwierig sei, räumte der Wissenschaftler ein. Viele Werkzeuge seien nämlich zwecks Weiterverwendung wieder eingeschmolzen worden und nur als Grabbeigaben erhalten.

Im Zuge der Erforschung des archäologischen Umfeldes des Ötzi sei man auf Nordtiroler Seite im Nieder- und im Rofental auf menschliche Spuren aus dem 6. bis 7. Jahrtausend vor Christus gestoßen. Auch eine Feuerstelle von Zeitgenossen des Gletschermanns, etwa zehn Kilometer vom Fundort Ötzis entfernt, sei entdeckt worden, erläuterte Spindler die jüngsten Geländebegehungen im hinteren Ötztal. Die Feuerstelle beim so genannten "Hohlen Stein" oberhalb von Vent (2.050 m) sei mittels Radiocarbon-Analysen in die Zeit Ötzis zu datieren. (APA)

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