Ätna: Für Touristen wieder zugänglich

6. August 2001, 13:12
posten

Flughafen Catania wieder geöffnet

Catania - Drei Wochen nach dem gewaltigen Ausbruch des sizilianischen Vulkans Ätna können von diesem Montag an wieder Touristen aufsteigen. Als Attraktion werden Exkursionen in die Eruptionsgebiete angeboten. Zivilschutzchef Franco Barberi erklärte, es gebe keinen Grund zur Furcht. "Die Situation ist absolut ruhig."

Flughafen Catania wieder geöffnet

Nach heftigen Protesten ist der Flughafen in Catania am Fuße des Ätna am Montag wieder geöffnet worden. Wegen des Ascheregens des sizilianischen Vulkans war "Fontanarossa" am Freitag geschlossen worden. Starts und Landungen seien wegen der Ascheschicht auf den Rollbahnen zu gefährlich, hieß es. In der Folge entstand erhebliches Chaos auf Ausweichflughäfen wie in Palermo.

Sizilianische Regionalpolitiker übten scharfe Kritik: 100.000 Touristen müssten umplanen, der Reisebranche entstehe ein Millionenschaden. Die Staatsanwaltschaft in Catania ermittelt.

Organisatorische Probleme bei Eruptionstouren

Unterdessen verzögern sich die geplanten Touristentouren in die Eruptionsgebiete. Es gebe "organisatorische Probleme", hieß es am Montag ohne weitere Erläuterungen. Die Exkursionen starteten in wenigen Tagen. Das italienische Fernsehen zeigte Bilder von gewaltigen schwarzen Lavalandschaften. "Das sieht aus wie auf einem anderen Planeten", sagte ein Reporter. Mitunter haben die Lavaströme riesige bizarre Skulpturen aufgeschichtet.

Vulkanologen bezeichneten die Situation am Vulkan als ruhig. Die Lavafontänen würden immer kleiner, die Feuerströme immer schwächer. Auch stoße der Ätna aus einer Öffnung in mehr als 2.500 Metern Höhe seit Montag keine Asche mehr aus.

Der Vulkan an der Ostküste Siziliens war vor drei Wochen ausgebrochen. Tagelang ergossen sich gewaltige Feuerströme über die Hänge, aus Kratern stiegen riesige Lavafontänen auf. Wohngebiete blieben aber verschont. Menschen wurden nicht verletzt.

Aktivität an zwei Öffnungen des Ätna deutlich zurückgegangen

Laut Barberi ist die Aktivität an zwei Öffnungen des Ätna deutlich zurückgegangen. Aus einem weiteren Krater stoße der Vulkan allerdings mächtige Aschewolken aus. Die italienischen Fluggesellschaften Alitalia und Meridiana hatten angekündigt, sie setzten ihre Verbindungen nach Catania bis auf weiteres aus. Dadurch war es auf dem Ausweichflughafen in Palermo zu chaotischen Zuständen gekommen.

An einigen Flugzeugen seien durch Gesteinsbrocken Schäden aufgetreten

Der Bürgermeister von Catania, Umberto Scapagnini, sagte, an einigen Flugzeugen seien durch die Gesteinsbrocken Schäden aufgetreten. "Es besteht ein objektives Risiko." Der wirtschaftliche Schaden durch die Schließung des Flughafens belaufe sich auf umgerechnet 3.5 Millionen Schilling. Einzige Ausweichmöglichkeit sei ein Militärflughafen.

Shuttle-Busse für Touristen

Die ersten Ätna-Touristen nach dem Ausbruch sollen mit Shuttle-Bussen zu einer Plattform in 1.900 Metern Höhe gebracht werden. Von dort aus begleiteten sie erfahrene Führer in die Eruptionsgebiete. Die Touren sollen bis zu einer Stunde dauern. Eine entsprechende Vereinbarung trafen die Vertreter der Provinzverwaltung und des Ätna-Bergführerverbandes.

Der Vulkan an der Ostküste Siziliens lieferte in den vergangenen Wochen ein grandioses Spektakel mit riesigen Lavafontänen und gewaltigen Feuerströmen. Nach Tagen des Bangens kam die Lava jedoch vor Wohngebieten zum Stillstand. Die Lavafluten walzten zwar mehrere einzeln stehende Häuser nieder. Menschen wurden jedoch nicht verletzt. "Er ist eben doch unser guter Berg", sagen die Anwohner. (APA/dpa)

Share if you care.