Argentinische Gewerkschaften rufen zu Streik auf

5. August 2001, 09:55
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Gegen Gehalts- und Pensionskürzungen

Buenos Aires - Argentinische Gewerkschaften haben für den kommenden Mittwoch zu einem landesweiten Streik gegen die Sparpläne der Regierung aufgerufen. Der Argentinische Arbeiterbund, der mehrere Gewerkschaften zusammenfasst und die Mehrheit aller Angestellten des öffentlichen Dienstes vertritt, erklärte am Samstag, es müsse gehandelt werden, weil die Zukunft des Landes auf dem Spiel stehe.

Der Streik richtet sich gegen die Pläne der argentinischen Regierung, mit Gehalts- und Pensionskürzungen dem Land aus seiner Finanzkrise zu helfen. Von dem Streik wären staatliche Institutionen wie Krankenhäuser und Schulen betroffen.

Der argentinische Senat hatte ein von der Regierung vorgeschlagenes Sparprogramm zur Reduzierung der hohen Schuldenlast der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas gebilligt. Bis Jahresende soll das Haushaltsdefizit des Landes auf Null gebracht werden.

Die jüngste Krise in Argentinien hatte im Juli zu einer Verkaufswelle an den Finanzmärkten Lateinamerikas geführt. Auslöser war der Verkauf von Staatsanleihen, für die Argentinien die höchsten Zinsen seit 1996 zahlen musste. Gebremst wurde der Kurseinbruch von der Ankündigung des nun beschlossenen Sparpakets der Regierung. Argentiniens Wirtschaft steckt bereits seit drei Jahren in einer Rezession.(APA/ag.)

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