Fischler nimmt den gemeinschaftlichen Fleischmarkt ins Visier

4. August 2001, 21:24
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Anlass für seinen Argwohn: steigende Fleischpreise und eine hohe Konzentration

Brüssel - EU-Agrarkommissar Franz Fischler will nach einem Bericht des am Montag erscheinenden deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" den Handel in der EU wegen steigender Fleischpreise und einer hohen Konzentration genauer unter die Lupe nehmen. Er habe mehr und mehr die Sorge, "dass in großen Teilen des Agrarsektors der Wettbewerb nicht funktioniert", sagte Fischler in einem "Focus"-Interview.

"Der niedrige Erzeugerpreis verschwindet auf dem Weg vom Stall ins Geschäft". Die Bauern erhielten infolge der BSE-Krise für Bullen derzeit 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Eigentlich müssten deshalb die Ladenpreise für Fleisch sinken, doch "Verarbeiter und Handel schlagen deutlich höhere Gewinnmargen auf, um bei geringeren Umsätzen auf denselben Profit zu kommen", so Fischler.

Fischler kritisierte auch die wachsende Konzentration in Industrie, Verarbeitung und Handel. Bei Düngemitteln existierten in Europa nur wenige Anbieter, alle Molkereien Schwedens seien unter einem Dach, ebenso alle Schlachthöfe in Dänemark. In Deutschland setzten die fünf größten Supermarktketten 90 Prozent aller Lebensmittel um. "De Facto entscheiden fünf Manager, was auf die Ladentheke kommt und zu welchem Preis." Deshalb wolle er zusammen mit EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti "das System vom Acker bis zur Ladentheke" untersuchen.

Erste Reaktion: Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) übte bereits heftige Kritik an Fischlers Absichten.(APA)

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