Milosevics Frau erläutert ihre Sicht der Dinge

4. August 2001, 21:19
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"Ausland hat Kosovo-Konflikt provoziert" - das Massaker von Srebrenica "wahrscheinlich fingiert, wie all die anderen Vorwürfe"

Hamburg - Mira Markovic, die Frau von Ex-Präsident Slobodan Milosevic, hat dem Ausland vorgeworfen, den Kosovo-Konflikt "provoziert" zu haben. In einem Interview in der neuen Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sagte sie, der Westen habe "die albanischen Terroristen ermutigt und die Serben als Aggressoren abgestempelt".

Ziel dieser Politik sei es gewesen, "Jugoslawien zu destabilisieren und seine Unabhängigkeit und Souveränität in Frage zu stellen." Es sei "doch klar, dass die Albaner dort ohne westliche Hilfe weder den Mut noch die Waffen und das Geld gehabt hätten, eine solche Offensive in unserem Land zu beginnen".

Berichte über geheime Leichentransporte von ermordeten Albanern nach Serbien, um Spuren zu verwischen, bezeichnete Markovic als "morbide" und "alles Lügen". Sie seien "Teil eines spezifischen Kampfes gegen Jugoslawien und insbesondere gegen Serbien". Von den Geschehnissen in dem Ort Srebrenica in Bosnien, wo bis zu 8000 Moslems von Serben ermordet wurden, wisse sie "fast gar nichts". Auch diese Gräueltat sei "wahrscheinlich fingiert, wie all die anderen Vorwürfe."

Sie wisse nicht, "was (der Serbenführer Radovan) Karadzic und (der Serben-General Ratko) Mladic in Bosnien gemacht haben, was sich an den Fronten ereignete und welche Kämpfe stattfanden". Beide werden vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen Menschen- und Völkerrechtsverbrechen gesucht.

Zum kommenden Prozess gegen ihren Mann vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag meinte sie, sie "glaube, dass die in Den Haag selbst nicht daran glauben, dass hier ein fairer Prozess stattfinden wird". In den Den Haag sollten "die Serben als Volk verurteilt werden, weil sie ihren Kampf für Freiheit und Recht treu blieben". Ihr Einfluss auf ihren Mann sei "nicht größer" gewesen als der, "den ganz normale Eheleute gegenseitig aufeinander ausüben". Slobodan Milosevic rufe sie "jeden Tag an, mehrmals". (APA/dpa)

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