Aussage Cheneys sorgt für Unmut in der arabischen Welt

4. August 2001, 18:13
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Er hielt israelische Angriffe "in einigen Fällen" für gerechtfertigt

Washington/Beirut - Äußerungen des amerikanischen Vizepräsidenten Richard Cheney über die israelischen Attentate auf militante Palästinenser sind in der arabischen Welt auf scharfe Kritik gestoßen. Cheney hatte am Donnerstag gesagt, er halte diese Aktionen "in einigen Fällen" für gerechtfertigt, wenn sie zum Schutz und zur Verhinderung von Terroranschlägen dienten.

Die libanesische Zeitung "An Nahar" bezeichnete Cheneys Aussagen am Samstag als "tragisch". Es sei schwer zu verstehen, wie die USA mit ihrem Eintreten für Freiheit und Menschenrechte die israelische Politik unterstützen könnten. Die syrische Regierungszeitung "Tishreen" stellte die Frage, ob die USA es auch rechtfertigen würden, wenn die Palästinenser sich so verhielten.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, erklärte in Washington, Cheney habe nur darüber nachgedacht, wie beide Konfliktparteien ihre Aktionen rechtfertigten. Es gebe keine Meinungsverschiedenheiten mit US-Außenminister Colin Powell, der die israelischen Attentate scharf kritisiert hatte. Powell und Cheney seien sich einig, dass die Gewalt gestoppt werden müsse, sagte Fleischer.

Die US-Regierung hatte die gezielte Tötung von militanten Palästinensern durch die israelischen Sicherheitskräfte verurteilt. Diese Strategie sei "ein Unrecht", hatte Außenamtssprecher Richard Boucher erklärt. Der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak hatte erklärt, Israels Strategie der vorsätzlichen Tötung sei kein "Akt der Selbstverteidigung", sondern führe nur zu einer weiteren Eskalation der Gewalt. (APA)

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