Recherchen für Doktorarbeit brachten Aktivistin ins Gefängnis

4. August 2001, 13:55
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"Beobachterin" wurde gemeinsam mit österreichischen Demonstranten inhaftiert

Rom - Die italienische und amerikanische Quäkergemeinschaft hat an die Justizbehörden in Genua einen Appell für die Freilassung einer jungen Amerikanerin gerichtet, die nach dem G-8-Gipfel in Genua mit den Aktivisten der österreichischen "VolxTheaterKarawane" unterwegs war und am 22. Juli festgenommen wurde. Susanna Thomas, Mitglied der "Gemeinschaft der Quäkerfreunde", war nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA mit der "VolxTheaterKarawane" als "Beobachterin und Übersetzerin" unterwegs, um die Wurzeln des Pazifismus in Europa zu studieren.

Nach Angaben von Pier Cesare Bori, Professor an der Universität Bologna, der sich im Namen der italienischen Quäkergemeinschaft für die Enthaftung der jungen Frau einsetzt, sei Thomas eine "überzeugte Pazifistin".

"Zwei Taschenmesser waren genug, um der Gruppe Verbindungen zum Black Block vorzuwerfen", kritisierte der Professor. Laut dem Mailänder Rechtsanwalt der Amerikanerin, Gilberto Pagani, sei die Frau wie die anderen Österreicherinnen in der Strafanstalt der lombardischen Stadt Voghera in Untersuchungshaft. Auch Thomas klagte wie die anderen Aktivistinnen über sexuelle Belästigungen bei der Festnahme.

"Susanna Thomas war nach Europa gereist, um die Ähnlichkeiten zwischen der alten pazifistischen Tradition der Quäker und den modernen Formen von sozialem Aktivismus für ihre Doktorarbeit zu studieren. Während des G-8-Gipfels hatte sie als Übersetzerin beim alternativen Gipfel der pazifistischen Globalisierungsgegner teilgenommen", berichtete Bori. Die aus Pennsylvania stammende Amerikanerin hatte auch einen Vorstellungsbericht ihrer religiösen Gemeinde mit sich. "Ich bin bereit vor Gericht für sie auszusagen, sie ist keine gewalttätige Person", so Bori. (APA)

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