"Falter"-Chef Thurnher: "Durch Mediamil wird unsere Nische größer"

6. August 2001, 09:57
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Umsatzsteigerung erwartet - Posttarife: "In Wien könnte leicht ein privater Zustelldienst gefunden werden"

Eine Umsatzsteigerung steht dem "Falter" ins Haus. Für das laufende Jahr erwartet Armin Thurnher, Gründer und Chefredakteur der Stadtzeitung, eine Steigerung auf 150 bis 155 Millionen Schilling, berichtet pte. Der Gesamtumsatz der Falter-Holding betrug im vergangenen Jahr rund 140 Millionen Schilling.

Die Holding besteht aus zwei 100-Prozent-Töchtern, einer Verlags- und einer Zeitschriftengesellschaft. "Alle Unternehmensbereiche werden profitabel geführt", betont Thurnher in einem pte-Gespräch. Und: "Es gibt keine Quersubventionen für die Zeitschrift aus anderen Bereichen."

"Mediamil"

Im Übrigen ist Thurnher der Meinung, der Mediamil-Komplex müsse zerschlagen werden. Die in seiner wöchentlichen Kolumne stets geforderte Mediaprint-Zerschlagung wurde abgelöst ... Allerdings: "Durch die Konzentration im Mediamil-Komplex wird auch unsere Nische größer", sagt Thurnher.

Als Nischenprodukt hat der "Falter" heute bei seiner Hauptzielgruppe der 19 bis 29-Jährigen eine stabile Reichweite von fünf Prozent in Wien. Hochgerechnet auf das Bundesgebiet liegt er bei etwa 1,5 Prozent - das sind 100.000 LeserInnen.

Privater Zustelldienst

Die Erhöhung der Posttarife bringt den Falter-Chefredakteur "nicht zum Schwitzen", berichtet pte. Wenn sich die Post unflexibel gegenüber Großkunden zeige, könnte in Wien leicht ein privater Zustelldienst gefunden werden. Für einen "demokratiepolitischen Skandal" hält Thurnher hingegen die Auswirkung der Tariferhöhung auf Kleinverlage und gemeinnützige Vereine, die sich den Versand ihrer nichtkommerziellen Medien in Zukunft nicht mehr leisten könnten.

Presseförderung "absurd"

Wie auch andere Wochenmagazine erhält der "Falter" rund eine Million Schilling Presseförderung. Die derzeitige Form der Verteilung hält Thurnher allerdings für "absurd". "Die Presseförderung wird relativ unkontrolliert vergeben und sollte grundsätzlich abgeschafft werden." Vielmehr müssten "qualitative Neugründungen" gefördert werden. (pte)

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