Djindjic schließt Überstellung von Milutinovic an Haager Tribunal aus

4. August 2001, 09:25
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Für serbischen Regierungschef genießt Präsident weiter Immunität

Belgrad - Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic hat ausgeschlossen, dass Präsident Milan Milutinovic an das UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag ausgeliefert wird. Dies werde nicht geschehen, denn als serbischer Präsident genieße Milutinovic Immunität, sagte Djindjic der Zeitung "Blic" (Samstagsausgabe). Milutinovic ist der einzige enge Mitarbeiter des früheren jugoslawischen Staatschefs Slobodan Milosevic, der nach dessen Sturz im Oktober 2000 seinen Posten behielt.

Das Haager Tribunal hat Milutinovic und Milosevic wegen Kriegsverbrechen gegen die albanische Bevölkerung im Kosovo im Jahr 1999 angeklagt. Milosevic war nach dreimonatiger Haft in Belgrad Ende Juni an das Tribunal überstellt worden.

Djindjic sagte, von den 15 serbischen Angeklagten, deren Auslieferung das Haager Tribunal fordert, müssten diejenigen von der Liste gestrichen werden, die wie der frühere Innenminister Vlajko Stojilkovic Anspruch auf Immunität hätten oder auch Militärs wie General Veselin Sljivancanin, die nicht der zivilen Gerichtsbarkeit unterständen. Belgrad werde das Tribunal auffordern, die Liste der 15 Angeklagten nicht zu erweiteren. Serben, die sich Kriegsverbrechen zuschulden kommen ließen, sollten stattdessen in ihrer Heimat vor Gericht gestellt werden. (APA)

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    Serbiens Präsident Milan Milutinovic

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