Haftprüfungstermin für "VolxTheaterKarawane" am 13. August

4. August 2001, 15:22
posten

Für Inhaftierten-Anwalt gibt es "keinerlei Hinweise auf Gewaltakte oder sichtbare Verbrechen"

Wien/Genua - Der Termin für die Haftprüfungsverhandlung der 16 in Genua verhafteten österreichischen Mitglieder der "VolxTheaterKarawane" ist für 13. August festgesetzt worden. Wie der italienische Anwalt der Österreicher, Andrea Sandra mitteilte, werde die Verhandlung ab 9.00 Uhr in Genua stattfinden. Die Entscheidung für einen Termin hatte sich verzögert, weil die zuständigen Justizbehörden für alle 49 noch in Haft befindlichen Personen Termine fixieren mussten, unter anderem auch für 23 Deutsche.

Inhaftierten-Anwalt Embacher: "Vorwürfe wenig konkret"

Die "wenig konkreten Vorwürfe" gegen die in Italien inhaftierten Aktivisten der VolxTheaterKarawane beruhten lediglich auf Indizien. Den 16 Österreichern werde vorgeworfen, "Mitglieder einer kriminellen Vereinigung", nämlich des "Black Block" bei den Anti-G-8-Protesten in Genua gewesen zu sein, erklärte der Wiener Rechtsanwalt der Theatergruppe, Wilfried Embacher, Samstag Früh in der ZiB 3. Embacher fügte hinzu, er rechne mit einer baldigen Freilassung der Inhaftierten.

"Es gibt keinerlei Hinweise auf Gewaltakte oder sichtbare Verbrechen", die von den VolxTheater-Leuten begangen worden seien, betonte der Anwalt. Die italienischen Behörden wüssten nicht einmal genau, wie der Black Block funktioniere. Die Vorwürfe dürften auch auf eine vom österreichischen Innenministerium übermittelte Liste mit den Namen von vier Personen zurückgehen. Im Übrigen wisse er aber nicht genau, welche Informationen an die italienischen Behörden weitergegeben worden seien, aber offenbar keine Informationen über die Theatergruppe, so Embacher.

"Massive körperliche Gewalt"

Der Anwalt bekräftigte die Vorwürfe gegen die italienische Polizei, dass die Österreicher bei und unmittelbar nach ihrer Festnahme misshandelt worden seien. Während bei den Männern "massive körperliche Gewalt" angewendet worden sei, seien die Frauen "psychischer Gewalt" ausgesetzt gewesen. Im Gefängnis gehe es den Betroffenen den Umständen entsprechend gut, die Frauen hätten sogar ihre Wärterinnen gelobt.

Bis zum 13. August sollte auf Grund eines eingelegten Rechtsmittels über eine mögliche Aufhebung der Untersuchungshaft entschieden werden. Sollte die Haft verlängert werden, müsse mit einer mehrmonatigen Dauer gerechnet werden, bei einer Verurteilung drohten mehrjährige Gefängnisstrafen. Embacher zeigte sich jedoch zuversichtlich. "Ich bin überzeugt, dass sie freikommen", erklärte er. (APA)

Share if you care.