Schwerer Zwischenfall in Südserbien

4. August 2001, 09:12
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Albanische Rebellen für Tod von zwei Polizisten verantwortlich gemacht

Bujanovac - In Südserbien sind nach Polizeiangaben am Freitagabend zwei serbische Polizisten getötet worden. Ein dritter Polizist erlitt Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Bujanovac in einem Gebiet, in dem bis vor wenigen Monaten die Albanerrebellen der "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) operierten.

Die UCPMB-Kämpfer hatten sich Ende Mai zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichtet und damit offiziell von ihrem monatelangen Kampf gegen die Regierung in Belgrad abgelassen.

Schwerster Zwischenfall seit Mai

Den Angaben zufolge liefen die Polizisten in dem Dorf Muhovac, 16 Kilometer nördlich von Buhovac, Streife, als sie angegriffen wurden. Muhovac war die Hochburg von Muhamet Xhemaili, einer der UCPMB-Führer, der sich bis zuletzt geweigert hatte, dem bewaffneten Kampf in der südserbischen Pufferzone zu entsagen. Die UCPMB kämpfte für den Anschluss der mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnten Region an das Kosovo.

Ende Mai hatten sich die UCPMB-Kämpfer zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichtet und damit offiziell von ihrem monatelangen Kampf gegen die Regierung in Belgrad abgelassen. Die Zone war 1999 als Puffer zwischen der jugoslawischen Armee und der NATO-geführten Kosovo-Truppe KFOR eingerichtet worden. Albanische Rebellen nutzten sie jedoch in der Folgezeit als Ausgangspunkt für Angriffe. Mittlerweile wird das Gebiet wieder von jugoslawischen Sicherheitskräfte kontrolliert. Darauf hatte sich der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic mit der KFOR und dem US-Gesandten für Südserbien, Peter Feith, geeinigt. Der Vorfall vom Freitag war der schwerste seit dem mit den Albanerebellen unterzeichneten Entwaffnungsabkommen.

Am Donnerstag hatten die serbische und die jugoslawische Regierung in Belgrad einen Aktionsplan für das Kosovo verabschiedet, um die Probleme in der mehrheitlich von Albanern bewohnten jugoslawischen Provinz zu lösen. Die Regierungen gründeten dazu ein Koordinationszentrum, das Covic leiten soll. Dieser nannte als Ziel des Aktionsplans "die Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft im Rahmen der Souveränität und Integrität Jugoslawiens (...) und das Verhindern eines Abdriftens des Kosovo in die Unabhängigkeit". Die Führung der etnischen Albaner im Kosovo bezeichnete den Aktionsplan als "Provokation". (APA)

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