Bad Ischl

8. August 2001, 11:12
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Der Kurort ist nicht nur bekannt als der Ort, wo Kaiser Franz Joseph seine Sisi kennen lernte, sondern zeigt sich auch als Zentrum für Sportbegeisterte.

Bei jedem Schritt spürt man immer noch das Flair der ehemaligen Kaiserstadt.


Erster Tag

Der berühmteste Sommergast von Bad Ischl, Kaiser Franz Joseph, verbrachte in der Kaiservilla rund sechzig Sommer. Zahlreiche Jagdtrophäen, Erinnerungsstücke wie jener Schreibtisch, an dem der Kaiser das berühmte Mainfest "An meine Völker" unterzeichnete, sind in den ehemaligen offiziellen und privaten Räumlichkeiten des Monarchen zu sehen. Bei einem Spaziergang durch den weitläufigen Kaiserpark entdeckt man, versteckt hinter Bäumen, das Marmorschlößl. Dieser romantische Bau war das Teehaus der Kaiserin Elisabeth. Jetzt befindet sich darin das Fotomuseum, das die Geschichte der Fotokunst anhand von Bildern und Geräten illustriert; derzeit birgt es auch eine Ausstellung zum Thema "Sisi und ihre Hofphotographen".

Über die Ischl, die als gutes Forellenwasser gilt, geht's zurück ins Zentrum. Rund um den Kreuzplatz verführen zahlreiche Geschäfte mit regionaler Handwerkskunst zum Einkaufsbummel. Vorbei am Filmtheater, erreicht man die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, deren Orgel mit ihren mehr als 70 klingenden Registern als zweitgrößte Orgel Oberösterreichs gilt.


Zweiter Tag

Am rechten Ufer der Traun steht die markante Lehár-Villa, in der der Komponist und Kunstsammler Franz Lehár von 1910 bis zu seinem Tod im Jahre 1948 wohnte und arbeitete. Die Räume wurden gänzlich unverändert gelassen und halten die Erinnerung an den Meister lebendig. Über die Elisabethbrücke erreicht man das ehemalige Salzfertigerhaus an der Esplanade, in welchem das Museum der Stadt untergebracht ist. Dort kann man die Entwicklung der Stadt Bad Ischl, besonders die Bedeutung der Salzgewinnung und den Aufstieg des Ortes zum Kurbad und zur kaiserlichen Sommerresidenz, nachvollziehen.
Kunstliebhaber werden im nahen Haenel-Pancera-Familienmuseum auf ihre Kosten kommen. Von dort führt ein Spaziergang vorbei an edlen Villen bis zum Kongreß & Theaterhaus. Darin und im schönen Kurpark finden jährlich unter anderem die Operettenfestspiele statt.
Ein Muss ist auch der Besuch des Café Zauner, wo man in gemütlicher Atmosphäre bei etwa 200 Mehlspeisen die Qual der Wahl hat.

Für passionierte Mountainbiker gibt es über 1000 Kilometer gut ausgeschilderte Wege, von der gemütlichen Runde bis hin zur anspruchsvollen Strecke der "Salzkammergut Mountainbike Trophy". Besonders idyllisch zeigt sich eine etwa 25 km lange Strecke durch die Rettenbach-Wildnis. Unterwegs eine urige Berghütte mit Original-Plumpsklo. Weiter geht's über Wiesen, bevor ein Steig hinab zur Klamm führt und ein atemberaubender Blick die Anstrengungen belohnt. Die enge Felsschlucht entlang verläuft das letzte Stück bis zur Forststraße, von der man talaus bald Bad Ischl erreicht.

Anreise:
Eilige sollten lieber die Autobahn von Wien nach Salzburg benutzen. Wer jedoch Zeit für das Schöne und Interessante aufbringen kann, der sollte sich die kulturellen und landschaftlichen Höhepunkte der Österreichischen Romantikstraße - in der Wachau, im Struden- und Nibelungengau, im Voralpenland und im Salzkammergut - nicht entgehen lassen.
Unterkunft:
Das Hotel "Goldenes Schiff" befindet sich direkt an der Traun und bietet einen schönen Blick auf die am anderen Ufer gelegene Lehár-Villa und den Siriuskogel.
Kulinarisches:
Am rechten Traunufer befindet sich im ehemaligen Bruckner-Wohnhaus das Restaurant Attwenger, wo die Suppe im dekorativen Milchkanderl serviert wird. Empfehlenswert ist auch die Zauner-Dependance an der Esplanade, wo bei gutbürgerlicher Küche und Kurkonzerten die monarchische Tradition auflebt.

Von Doris Hahn
Infos:
Kurdirektion Bad Ischl
Tel. (06132) 277 57-0
office@kd-badischl.or.at
www.salzkammergut.at

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