Zertifizierte Chancengleichheit

8. August 2001, 10:06
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Audit Equality Management trägt auch zur Förderung des Betriebs-Images nach außen bei

"Wer Audit Equality Management macht, macht Chancen gerechte Personalpolitik", erklärt Unternehmensberaterin Doris Doblhofer, die das gleichnamige Zertifizierungskonzept gemeinsam mit einer Kollegin vor rund zweieinhalb Jahren entwickelt hat. "Equality" steht dabei für "Equal Opportunities": "Es geht sowohl um die Verbesserung der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen, als auch um gesteigerte Ressourcennutzung", so Doblhofer.

Das Audit wurde bereits in einem Pilotprojekt mit fünf österreichischen Unternehmen, darunter z.B. die Creditanstalt, durchgeführt. Sieben Handlungsfelder - wie etwa frauenspezifische Maßnahmen oder die Förderung des partnerschaftlichen Verhaltens am Arbeitsplatz - wurden dafür mittels Fragebogen und Interviews in den Betrieben erhoben, dokumentiert und präsentiert. Die Ergebnisse wurden dann diskutiert und in gemischten Arbeitsgruppen mit Vertretern aller Betriebs-Ebenen bearbeitet. "Dabei zeigte sich, dass es in bestimmten Bereichen auch für Männer schwierig ist, ihre Chancen wahr zu nehmen - zum Beispiel, wenn sie in Karenz gehen möchten oder Teilzeitarbeit in Führungspositionen anstreben", schildert Doblhofer. Mit Equality Management wolle man daher einerseits Ungleichheiten für Frauen ausgleichen, aber auch dezidiert Männer ansprechen.

Auch nach außen habe die Zertifizierung für einen Betrieb verschiedenste Bedeutung, so Doblhofer: "Arbeitnehmer und -nehmerinnen schauen etwa immer mehr, ob Unternehmen Gleichberechtigung ernst nehmen - das wird bei der Kunden- und Fachkräfteauswahl immer wichtiger."

Privatleben und Beruf

Ein großer Schwerpunkt des Equality Managements ist die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf: "Ich sage absichtlich Privat- und nicht Familienleben, weil nicht nur Kinder der Anknüpfungspunkt sind, sondern Privatleben grundsätzlich - egal ob man Familie oder etwa Laufen gehen meint. Die zukünftigen Arbeitskräfte werden immer mehr schauen, ob sie einen 16-Stunden-Tag mit ihrem Privatleben vereinbaren können."

Die feministische Grundhaltung der engagierten Mutter von fünf Kindern zwischen 7 und 16 Jahren ist auch in ihrem eigenen Privatleben zu spüren, da ihr Mann der Hauptverantwortliche für Haushalt und Kinder ist. Sie sieht ihre Situation als Beitrag zum Thema Chancengleichheit, denn: "Erst, wenn auch Männer bereit sind, die gleiche Verantwortung und die Aufgaben von Frauen zu übernehmen, kann sich wirklich etwas verändern."

Das wünsche sie sich ganz besonders für ihre Kinder: "Ich möchte meine Tochter dabei beobachten, wie ihr und ihren Freundinnen alle Möglichkeiten offen stehen für eine berufliche Entwicklung, wie sie es sich wünschen." Und: "Meine Söhne möchte ich als solche Kollegen erleben, denen selbstverständlich ist, dass Frauen die gleichen Chancen haben und Geschlecht kein Kriterium bei der Auswahl für Funktionen und Aufgaben ist." (DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Von Isabella Lechner

www.equality.at

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