Alter und neuer Blick auf Heiligenbilder

3. August 2001, 20:11
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Meisterwerke russischer Ikonenmalerei

Graz/Groß St. Florian - Die Verhandlungen mit dem Staatlichen Russischen Museum St. Petersburg waren erfolgreich. Der Besitzer der größten Ikonensammlung der Welt stellte für die Doppelausstellung Ikona - Russische Bilder der Ewigkeit 85 ausgewählte Meisterwerke aus seiner 6000 Stück umfassenden Sammlung zur Verfügung.

Während das Diözesanmuseum Graz Meisterwerke der Ikonen-Tradition aus fünf Jahrhunderten präsentiert, führt das Steirische Feuerwehrmuseum Groß St. Florian die Weiterentwicklung der russischen Kunst ab dem 19. Jahrhundert über die Avantgarde bis heute eindrucksvoll vor Augen. Die russische Avantgarde, die einen neuen Zugang zur traditionellen Ikone fand, ist durch Swjatoslaw Woinow, Kasimir Malewitsch (s. Bild, Kopf des Bauern) und Wassili Kandinsky vertreten.


Ersatz für das Lesen

Weiters sind im Feuerwehrmuseum, das vor zwei Jahren mit der exzellenten Ausstellung "Rot in der russischen Kunst" der mit ungleich viel Geld inszenierten Großausstellung "Die Farbe Schwarz" im Landesmuseum Joanneum den Rang ablief, Werke russischer Gegenwartskünstler zu sehen.

Im Diözesanmuseum Graz trifft der Besucher auf Darstellungen von Jesus Christus, Maria und Heiligen Russlands. Entstanden sind die hier ausgestellten Ikonen zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert in bedeutenden Werkstätten in Moskau oder Nowgorod. Übernommen hat Russland die Ikonenmalerei vor mehr als 1000 Jahren von Byzanz. Die Ikonen wurden in Kirchen aufbewahrt und als Heiligtümer verehrt. Sie waren für Analphabeten Lese-und Schreibersatz. Bereits über 15.000 Besucher ließen die "heiligen Bilder der Ewigkeit" auf sich wirken. (lei - DER STANDARD, 4/5 August 2001)


Diözesanmuseum, 8020 Graz, Mariahilfer Platz 3, (0316) 71 39 94. Bis 26. 8.
Steirisches Feuerwehrmusuem, 8522 Groß St. Florian, Marktstraße 1. (03464) 88 20, jeweils Di-So 10-17.00

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