Beislszene fast ohne Lärm

3. August 2001, 18:58
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Umweltprojekt sorgt für Ruhe am Siebensternplatz

Wien - "Lauter leise Abende" steht auf einigen Dreiecksständern. Aber vor der "Shultz American Bar" am Siebensternplatz ist nicht etwa immer noch Wahlkampf. Dort, mitten in der florierenden Beislszene des siebten Bezirks, wurden am Freitag die ersten Maßnahmen von "Sylvie" präsentiert. "Sylvie" setzt sich aus einigen im Begriffsungetüm "Systematischen Lärmsanierung von innerstädtischen Wohnvierteln" verstreuten Silben zusammen. Ziel ist ein gutes Klima zwischen Anrainern und Wirten.

Die Maßnahmen beim Shultz sind simpel, aber zielführend: So wurden die Eisenketten, die Sessel und Tische des Gartens in der Nacht sichern, durch kunststoffüberzogene Stahlseile ersetzt. Der Lärm beim sperrstündlichen Zusammenstellen des Mobiliars wird so minimiert. Der Betreiber des "Shultz" ließ außerdem die Musikanlage umbauen - sobald die Glasfassade des Lokals geöffnet wird, senkt sich die Lautstärke automatisch ab. Für den Shultz-Geschäftsführer Stefan Hager war es außerdem neu, dass die "Gärten erst am nächsten Tag aufgeräumt werden müssen, die Gäste also bis 23 Uhr sitzen bleiben" können.

Das Projekt wurde von der Umweltschutzabteilung der Stadt mit dem Bezirk im Rahmen eines EU-Umweltförderprogramms ins Leben gerufen. Neben dem Siebensternplatz ist Sylvie noch in Margareten und Meidling aktiv. So wird auch am Siebenbrunnenplatz nach einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung der Lärmproblematik gesucht.

Die Kosten des Gesamtprojekts betragen elf Millionen Schilling (rund 800 000 ). Die Hälfte davon übernimmt die Europäischen Union.(DER STANDARD, Print- Ausgabe, 4./5.8.2001)

WEB-TIPP

sylvie.at
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