Infineon will von Siemens Teil der Dividende zurück

3. August 2001, 16:25
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Verhandlungen über Betrag von 280 Millionen Euro angekündigt

München - Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon Technologies hofft nach eigenen Angaben, von seinem Mutterkonzern Siemens einen Teil der für das vergangene Geschäftsjahr gezahlten Dividende zurückzubekommen. Finanzvorstand Peter Fischl habe auf einer Betriebsversammlung angekündigt, er wolle mit seinem Siemens-Kollegen Heinz-Joachim Neubürger noch einmal über die 280 Mill. Euro (3,85 Mrd. S) verhandeln, die Infineon als Dividende für das erfolgreiche Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. September) an den Mehrheitsaktionär Siemens gezahlt hatte.

Fischl will abwarten

Fischl wolle mit diesem ungewöhnlichen Anliegen an Siemens herantreten, sobald der Mutterkonzern wie geplant weitere Anteile an Infineon abgegeben habe. Infineon könnte damit an dem Erlös partizipieren, den Siemens mit den Halbleiter-Aktien erzielt. Die Muttergesellschaft, die derzeit noch 51 Prozent an Infineon hält, will mittelfristig ganz bei dem Chip-Hersteller aussteigen. Ein Siemens-Sprecher bezeichnete die Äußerungen Fischls als "hypothetisch" und lehnte eine Stellungnahme ab.

Kredtistundung kein Thema

Eine Verlängerung oder Stundung des Kredites über rund 450 Mill. Euro, den Infineon von Siemens im April erhalten hatte und der im September zur Rückzahlung anstünde, ist für Infineon nach Angaben des Sprechers "im Moment kein Thema". Infineon hatte über eine Kapitalerhöhung Anfang Juli 1,5 Mrd. Euro eingenommen, in seinem dritten Quartal (zum 30. Juni) 2000/01 indes einen Verlust von 598 Mill. Euro verbucht und in der vergangenen Woche die Streichung von 5.000 Arbeitsplätzen angekündigt. (APA/Reuters)

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