Albaner in Südserbien verlangen Vertretung im Belgrader Parlament

3. August 2001, 16:12
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Auch Zusammensetzung von Polizei und Justiz soll berücksichtigt werden

Pristina - Die im Süden Serbiens lebende albanische Minderheit verlangt, im serbischen Parlament und in der örtlichen Selbstverwaltung proporzionell vertreten zu sein. Der Bürgermeister von Presevo, Riza Halimi, sagte am Freitag in der Kosovo-Hauptstadt Pristina, die Forderung einer proporzionellen Vertretung der albanischen Minderheit beziehe sich auch auf die Zusammensetzung der Polizei und des Justizsystems in den Gemeinden Presevo, Bujanovac und Medvedja, die an das Kosovo angrenzen.

Halimi gilt als Führer der albanischen Minderheit in Südserbien. Er hatte im vergangenen Frühjahr zusammen mit der Belgrader Regierung und NATO-Vermittlern eine friedliche Lösung des blutigen Konflikts im Presevo-Tal und die Entwaffnung der albanischen Rebellen ausgehandelt.

Die südserbischen Albaner wollen zudem auch ein eigenes Parlament bilden, das den politischen Prozess mit den Belgrader Behörden weiterführen soll. Das künftige Parlament werde aus den Gemeinderäten der drei Bezirke zusammengesetzt sein, die bei den Kommunalwahlen 1996 gewählt worden seien, berichteten die Medien in Pristina. (APA/dpa)

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