Verfahren gegen deutsche Agenturjournalisten eingestellt

3. August 2001, 15:54
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Festnahme im Zusammenhang mit "Antirassistischem Grenzcamp"

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagenturen AP und dpa wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruchs und schweren Hausfriedensbruchs eingestellt. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Job Tilmann, am Freitag sagte, bestätigten Zeugen, dass die AP-Redakteurin und der dpa-Fotograf nicht an Straftaten beteiligt waren. Dies war von den Journalisten und den Nachrichtenagenturen stets betont worden.

Landesinnenminister wird um Stellungnahme gebeten

Die Festnahmen hatten landesweit großes Aufsehen erregt. Die hessischen Grünen forderten Landesinnenminister Volker Bouffier auf, am kommenden Mittwoch im Innenausschuss des Landtages zum Vorgehen der Polizei Stellung zu nehmen. Die Pressefreiheit dürfe während Demonstrationen nicht von der Polizei außer Kraft gesetzt werden. Auch die Chefredaktionen von Associated Press und Deutscher Presseagentur protestierten gegen die Festnahmen ihrer Mitarbeiter (etat.at berichtete).

Die Journalisten hatten am Dienstag über eine Aktion von rund 50 Teilnehmern des "Antirassistischen Grenzcamps" im Frankfurter Stadtteil Fechenheim berichtet, bei der ein CDU-Kommunalpolitiker leicht verletzt wurde. Die Polizei war bei der Demonstration zwar nicht vor Ort. Doch auf Grundlage von Zeugenaussagen wurde das Auto der Reporter zur Fahndung ausgeschrieben. Kurze Zeit später stoppten mehrere Polizisten in der Frankfurter Innenstadt den mit einem Presseschild gekennzeichneten Wagen und nahmen die Journalisten mit gezückten Pistolen fest. (APA/AP/dpa)

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