Felsstürze sind in Österreich nicht ungewöhnlich

3. August 2001, 15:29
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Meist in Zusammenhang mit tektonischen Bruchlinien

Wien/Innsbruck - Ein Felssturz ist in Österreich alles andere als ein ungewöhnliches Ereignis: "So etwas kommt in diesem Land leider sehr oft vor", wusste Prof. Bernd Schwaighofer vom Institut für Angewandte Geologie an der Universität für Bodenkultur in Wien nach den Vorfällen rund um den Tiroler Eiblschrofen zu berichten.

Bergstürze stehen meist in Zusammenhang mit tektonischen Bruchlinien, aber auch starke Niederschläge oder Erdbeben können Auslöser sein. Kontrollen und entsprechende Vorkehrungen sollen gefährdete Objekte schützen.

Tirol, Salzburg und in Kärnten besonders gefährdet

In Tirol, Salzburg und in Kärnten sind Felsstürze besonders häufig. Betroffen ist allerdings das gesamte Alpengebiet: "Vor einigen Jahren war sogar ein Haus in Mödling in Gefahr", so Schwaighofer. "Leider ist es meist den Bürgermeistern überlassen, Baubewilligungen zu erteilen. Und die sind oft mit der Problematik überfordert", betonte der Fachmann.

Felsstürze sind vom Material unabhängig

Die Art des Materials spielt übrigens keine Rolle: "Felsstürze treten sowohl in den Kalkalpen als auch in metamorphen Gesteinen auf", berichtete der Experte. Ausschlaggebend für Bergstürze sind hauptsächlich tektonische Bruchlinien (z.B. in Dobratsch in Kärnten oder Tschirgant in Tirol). Immer wieder gehen 100 Kubikmeter große Massen ab. In Oberösterreich blieb in den achtziger Jahren das Material ein paar Meter vor Häusern in Bad Goisern stehen.

Das "Krisengebiet" wird permanent kontrolliert, die Messungen erfolgen auch über Satellit, die Daten werden permanent aufgezeichnet. Dies ist eine wesentliche Aufgabe der zuständigen Landesgeologie bzw. der Bergbaubehörde.

Ähnlich wie beim Schutz vor Lawinen gibt es auch Vorkehrungen gegen Felsstürze. So werden Dämme errichtet, damit bei einem eventuellen Abgang das Material nicht bis zu Häusern vordringt. Die Dämme bestehen aus Material vor Ort und sind auf verschiedene Weisen verstärkt.

Die Experten nehmen des weiteren Eisenbahnrouten und Straßen sorgfältig unter die Lupe. "Die Strecken werden abgegangen und bei Gefahr abgeklopft", erzählte Schwaighofer. Fachkräfte hängen entsprechend gesichert in der Wand und bearbeiten mit Brecheisen das Material - bis es herunter bricht. Diese Maßnahme ist sehr wichtig, gingen doch schon auf Autobahnen Felsmassen nieder. (APA)

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