AT&S vor Sprung in erste Börsenliga

3. August 2001, 19:28
posten

Leiterplattenhersteller könnte als erste österreichische Firma im Nemax 50 notieren

Wien - Der Leiterplattenhersteller AT&S könnte am Dienstag als erstes österreichisches Unternehmen in den Börsenhimmel am deutschen Wachstumsmarkt kommen und in den Nemax 50 aufgenommen werden. Die neueste Rangliste der Deutschen Börse von Donnerstagabend zeigt: Die Steirer erfüllen die notwendigen Kriterien nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Das sind die beiden grundlegenden Faktoren, die ein Unternehmen in das Spitzenfeld der Werte am Neuen Markt aufsteigen lässt.

Bei Marktkapitalisierung an 33. Stelle

Gescheitert sind die Steirer bisher vor allem an der schwachen Umsatzentwicklung im Börsenhandel. Da reichte es nie für einen Platz unter den ersten 60 Werten. Das ist eine der Voraussetzungen für die Aufnahme im Nemax 50. Seit April hält AT&S konstant Plätze zwischen 57 und zuletzt im Juli 52. Bei der Marktkapitalisierung steht AT&S am 33. Platz, zeigt die neueste Aufstellung der Deutschen Börse. Am Dienstag, 7. August, wird abends bekannt gegeben, wer nun in den Nemax 50 einziehen darf. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte die Entscheidung nicht kommentieren.

Oblak sieht die Entscheidung gelassen

Analysten aber rechnen damit, dass Security, GPC Biotech, SuessMicroTec und AT&S den Aufstieg schaffen. Dafür müssen wahrscheinlich Constantia Film, PrimaCom Telegate und United Internet den Hut nehmen. Fast genauso zugeknöpft wie die Börse gibt sich Reinhold Oblak, Sprecher der AT&S: "Wir sehen der Entscheidung gelassen entgegen" Gleichzeitig macht er deutlich: "Wir erfüllen beide Kriterien abermals sehr deutlich."

Große Fonds kommen nicht daran vorbei

Vorteilhaft für ein Unternehmen ist die Aufnahme in die erste Wachstumsliga vor allem, weil große Fonds daran nicht vorbeikommen. Bereits in den vergangenen Tagen legte die Aktie jeweils zweistellig zu - nach den Einbußen der vergangenen Wochen kletterte das Papier auch am Freitag in die Höhe und lag im Verlauf bei 14,7 Euro. Der Ausgabekurs im Juni 1999 lag bei 12,5 Euro, den höchsten Punkt sah die Aktie vor etwa einem Jahr bei 45,8 Euro.

Bessere Situation auf Halbleitermarkt

Den Kursanstieg führt Erste-Bank Analyst Konrad Sveceny auch auf die generell bessere Situation am Halbleitermarkt zurück. Die bessere Performance des finnischen Handyherstellers Nokia habe positiv gewirkt. AT&S liefert Leiterplatten für Handys und Kleincomputer. Sveceny sagt jedenfalls: "Sicher würden sich die Steirer den Aufstieg verdienen." (Esther Mitterstieler, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5. August 2001)

Share if you care.