"Signe" --> "Signe, Signes"

3. August 2001, 13:32
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Mathilde Monnier zeigt überarbeitete Version ihrer 2000er-Uraufführung

Wien - Für das Wiener Festival "tanz2000.at", die schwerpunktmäßig der Auseinandersetzung mit Bewegungskonzepten des 20. Jahrhunderts gewidmete Kooperation von "Im Puls Tanz" und Wiener Festwochen, hat Mathilde Monnier im Vorjahr "Signe" ("Gezeichnet") kreiert, eine Hommage an ihren großen Lehrer Merce Cunnigham. Kommenden Dienstag (7.8.) zeigt die französische Choreografin bei "ImPuls" eine überarbeitete Version: Der Zweiteiler "Signe, Signes" nähert sich der Erotik hinter der tänzerischen Form an.

"Signe", der erste, in der Vorjahresversion gezeigte Teil, versteht sich als kurzes choreografisches Gedicht zu Ehren von Cunningham. In einem geheimnisvoll irrlichternden Bühnenbild aus Spiegeln, Monitoren und Kanarienvögeln in Käfigen begab Monnier sich darin auf eine experimentelle Suche nach dem von Cunningham geforderten unbeabsichtigten Moment in der Bewegung und seiner absoluten Ruhe. "Signe" arbeitet an der Fragmentierung von Raum, Zeit und Körper, die aus ihrem linearen und kausalen Zusammenhang gelöst werden.

Die Annäherung an die Sexualität im zweiten Teil des Abends geht weit über gewohnte Maßstäbe hinaus. Fünf Tänzer spielen zur Soundarchitektur des Komponisten eRikm mit gängigen Klischeevorstellungen und exponieren sich tatsächlich. "Mit 'Signe, Signes' gelingt der Choreografin ein gewiefter Zweiteiler zur Einsamkeit des Tänzers", schrieb Rosita Boisseau in "Le Monde" dazu, "eine Affaire delicate...Doch der Choreografin gelingt die Kunst, über Sex zu reden ohne ihn zu berühren, darüber zu stehen und zugleich bei sich zu bleiben."

Mathilde Monnier studierte Post Modern Dance bei Viola Farber und in den 80er Jahren bei Merce Cuningham in New York. Um der als einengend empfundenen unhinterfragten Dominanz des amerikanischen Tanzes etwas entgegen zu setzen, wandte sie sich nach ihrer Rückkehr nach Frankreich dem deutschen Tanz zu. Sie beschäftigte sich weiters u.a. mit dem Bewegungsverhalten autistischer Menschen und der ganzheitlichen Auffassung des afrikanischen Tanzes. Ihr kompromissloser Stil lässt sich als weder minimalistisch noch abstrakt charakterisieren. Seit 1993 leitet Monnier das nationale Centre Choreographique in Montpellier. (APA)

"ImPuls Tanz 2001": Mathilde Monnier & CCN Montpellier, "Signe, Signes", 7. August, 21 Uhr, MuseumsQuartier/Halle E
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