Italiens Polizei gerät weiter unter Druck

3. August 2001, 13:06
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Globalisierungsgegner laut Medienberichten geschlagen und schikaniert

Rom - Die Brutalität der italienischen Polizei gegen inhaftierte Demonstranten sorgt in Italien weiterhin für Schlagzeilen. Nach dem Bericht über die sexuellen Misshandlungen, denen die Aktivistinnen der österreichischen Theatergruppe "VolxTheaterKarawane" unterzogen worden seien, berichtet die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Freitagsausgabe) über den Fall eines Unternehmers syrischer Abstammung, Mohamed T., der trotz einer schweren Behinderung bei der Festnahme nach dem G-8-Gipfel schwer misshandelt worden sei. Der Mann, dem ein Bein fehlt, sei gezwungen worden, Stundenlang in der Polizeistation von Genua Bolzaneto zu stehen, ohne sich setzen zu können.

In die Zelle gepfercht

"Nachdem uns die Polizei in die Kaserne gebracht hat, sind wir zu 20 in eine Zelle eingepfercht worden. Wir wurden gezwungen, die ganze Nacht an die Wand mit gehobenen Händen zu lehnen. Als ich in den frühen Morgenstunden vor Müdigkeit zusammengebrochen bin, ist ein Polizist gekommen. Er sagte mir, er wollte mir zeigen, wie man auf den Beinen steht. Er hat mir die Kleider zerrissen und mich verprügelt", so der Unternehmer, der Klage gegen die Polizei eingereicht hat.

"Alle Personen, die mit mir festgenommen worden sind, wurden regelmäßig geschlagen. Ein Polizist kam in die Zelle mit einem Knüppel, wählte einen von uns aus und schlug ihn wild", so Mohamed.

Nicht der einzige

Er ist nicht der Einzige, der wegen schweren Misshandlungen in der Polizeistation Bolzaneto klagt. Nachdem Dutzende von Globalisierungsgegner über gravierende Brutalitäten in der Kaserne berichteten, wurde ein Team von Oberinspektoren des Innenministeriums beauftragt, das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten zu überprüfen. Nach Angaben der Sachverständigen sei es in der Polizeistation Bolzaneto zu "Gewalt und Missbrauch" gekommen. Zeitweise sei die "Situation außer Kontrolle" geraten. (APA)

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