Auch bei Backofentemperaturen: Sicher ans Reiseziel

3. August 2001, 12:56
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Genug Flüssigkeit einpacken

Wien - Für morgen Samstag sind schwüles Wetter und Temperaturen um die 30 Grad prognostiziert. Dazu werden vor allem auf der Tauernautobahn (A10) in Salzburg wieder stundenlange Staus erwartet. Für Urlaubsreisende, die in der Kolonne gefangen sind, bedeutet das eine Tortur für den Kreislauf. Schon die richtige Vorbereitung auf die Fahrt entscheidet, ob das Reiseziel noch in guter Verfassung erreicht wird.

Viel Trinken

"Ganz wichtig ist es, genug zum Trinken mitzunehmen", erklärte der Salzburger Landesrettungskommandant Gerhard Huber auf Anfrage. Zehn bis 15 Mann vom Roten Kreuz seien an den Samstagen mit zwei Autos und einem Motorrad auf der Autobahn im Einsatz, um den Reisenden zu helfen. Am vergangenen Samstag hatten sie 4.000 Portionen Wasser, das sind rund 1.000 Liter, verteilt. Dabei seien nur die "ernsteren" Fälle beteilt worden. Die im Stau gefangenen Urlauber hätten zwar gute Tipps gehabt, was die Rot-Kreuz-Helfer noch alles verteilen könnten, erzählte Huber. Darauf, dass sie genug Getränke einpacken, hatten sie aber selbst vergessen.

Kohlensäurehaltige Getränke sind ungeeignet

Gerade wer mit Kindern unterwegs ist, sollte ausreichend Getränke mitnehmen. Ausreichend heißt, auf dem Weg in den Süden einen mehrstündigen Stau einzuplanen, so der Landesrettungskommandant. Am besten eignen sich ungesüßte Tees oder Fruchtsäfte als "flüssiger Reiseproviant". Kohlensäurehaltige Getränke sind ungeeignet.

Auch zum Essen sollte nur leichte Kost eingepackt werden. Die "Speckjause" im Stau in praller Sonne kann leicht zu Kreislaufproblemen führen. Obst und Gemüse sind die besseren Begleiter. Gegen Müdigkeit hilft nur ein kurzer Schlaf, Kaffee ist als Muntermacher ungeeignet.

Achtung Sonnenbrand

Viele Urlauber holen sich den ersten Sonnenbrand des Sommers bereits auf der Reise. Der Stau, in dem stundenlang nichts weitergeht gehört einfach dazu und wird laut Gerhard Huber äußerst gefasst ertragen. Man spaziert zwischen den Autos entlang, auf den Wiesen neben der Autobahn wird Ball gespielt, auf den Sonnenschutz wird vergessen. Wer Schiebedach und Fenster geöffnet hat, sollte sich rechtzeitig einschmieren. Für Cabriofahrer empfiehlt sich auch eine Kappe, sonst droht ein Sonnenstich.

Heisser Asphalt

Wer das im Stau gefangene Auto verlässt, sollte sich der Gefahren bewusst sein: In brütender Sonne erreicht der Straßenbelag Temperaturen bis 80 Grad - also unbedingt Schuhe anziehen. Leitschienen sind als Sitzgelegenheiten ungeeignet. Immer wieder holen sich Unvorsichtige Verbrennungen am Allerwertesten - das Sitzen im Auto wird dann zur Qual.

Einspurige dürfen im Schritttempo an den Kolonnen vorbei fahren. Auch wenn alle Autos still stehen, darf nicht ohne zu schauen herum gelaufen werden. Und schließlich: Irgendwann geht es wieder weiter. Wer sich zu weit von seinem Auto entfernt hatte, muss dann oft einige Kilometer hinterher laufen, wenn seine Lieben notgedrungen weiterfahren mussten.

Tauernautobahn - Pro Jahr fallen zwischen 230 und 270 Tonnen Müll an

Die Verpackung des Proviants gehört natürlich in den Mist und nicht auf die Straße. Allein auf der Tauernautobahn fallen pro Jahr zwischen 230 und 270 Tonnen Müll an. Besonders problematisch sei es nach einem Wochenende mit Blockabfertigung vor dem Tauerntunnel, erklärte Harald Dirnbacher von der Asfinag. Der Müll werde im Stau direkt aus den Fenstern geworfen. Zu Wochenbeginn müssten dann Mitarbeiter der Straßenmeistereien entlang der Autobahnen den Dreck händisch wieder einsammeln. Mittlerweile wenden die Meistereien bereits einen kleinen Trick an. Vor den Reisewochenenden wird das Gras neben den Parkplätzen ganz kurz gemäht und der Müll entfernt. Dadurch sei die Hemmschwelle größer, den eigenen Dreck einfach in der Natur liegen zu lassen. (APA)

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