Grüne unterstützen Energie Allianz

3. August 2001, 19:19
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"Riesige Chance für die Energiepolitik" meint Chorherr

Wien - Die Grünen orten bei der anstehenden Neufixierung der Einspeistarife für Ökostrom auch Interesse der Regierungsparteien, die nach Bundesländern jetzt unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Vergütungen für Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse zu vereinheitlichen.

Zuerst Einigung über Honorierung der Einspeisung

In einem ersten Schritt könnten sich Wien, Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich sowie die Stadt Linz auf ein einheitliches Modell einigen, wie viel Grünstrom abgenommen werden muss und wie die Einspeisung honoriert wird. Die Stromfirmen dieser fünf Gebietskörperschaften sind in der Energie Allianz zusammengeschlossen.

Chorherr für deutsches Modell

Christoph Chorherr, der Chef der Wiener Grünen, hofft, dass das Modell des deutschen Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) auch in Österreich kommt. Es sei "wirklich vorbildlich", indem es deutlich höhere Mindesteinspeistarife für Ökostrom vorsehe und die Verpflichtung für Netzbetreiber enthalte, die gesamte Grünstromerzeugung abnehmen zu müssen. Damit hätten Erzeuger und Anleger auch die nötige Sicherheit für Investitionen.

Weinzinger warnt vor Abwanderung

In Österreich sei dagegen der gegenläufige Trend zu beobachten, kritisieren die Grün-Chefs und -Chefinnen von Wien, Niederösterreich, Burgenland sowie von Oberösterreich. Brigid Weinzinger, die Klubobfrau der NÖ-Grünen, warnte gar vor der Abwanderung der Windstrom-Produzenten nach Deutschland. Dies gelte auch für Investoren. Dabei exportiere die österreichische Windstrombranche mit rund 700 Mio. S (50,8 Mio. EURO) doppelt so viel, wie an Zubehör und Anlagen importiert werde.
Dass Ökostrom teurer komme als Strom aus herkömmlichen Energieträgern, bezweifelt Chorherr. Hier gehe es lediglich um Groschenbruchteile: "Pro Jahr geht's um kein Seidl Bier. (rose, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5. August 2001)

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