Lernen für den Nachzipf

6. August 2001, 11:26
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Beim "Büffeln" nicht auf Pausen vergessen

Wien - Mehr als die Hälfte der Sommerferien ist bereits vergangen - damit beginnt auch langsam der "Countdown" für den Nachzipf: Mehr als 50.000 Schüler mit zumindest einem "Fleck" müssen sich - sofern sie nicht über eine Aufstiegsklausel verfügen - im Herbst den Nachprüfungen stellen.

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland stehen die Prüfungen am 3. und 4. September auf dem Terminplan, in den übrigen Bundesländern eine Woche später. Im "Lern-Endspurt" sollte der Schwerpunkt vor allem auf dem Abprüfen und Wiederholen liegen, rät Franz Sedlak, Psychotherapeut und Leiter der Abteilung Schulpsychologie-Bildungsberatung im Bildungsministerium.

Vom "Durchbüffeln" wird abgeraten

Von einem "Durchbüffeln" der gesamten Ferien hält Sedlak nichts: Insgesamt die Hälfte der neun schulfreien Wochen sollte der Erholung gewidmet sein. Für den Erfolg wichtig ist vor allem ein kluger Ausgleich zwischen Entspannung und dem notwendigen Lernen und Üben. Wertvolle Hinweise erhält man auch durch den Kontakt mit Lehrkräften oder Schulkollegen, die Tipps geben können, in welchem Bereich die Lücken besonders groß sind.

Den "Nachzipf"-Kandidaten empfiehlt Sedlak, in den "Lernwochen" ihren Tag in Lern- und Erholungszeiten aufzuteilen. Dabei sei es günstig, im gewohnten Schulrhythmus überwiegend am Vormittag zu lernen, vor dem Schlafengehen den Stoff noch einmal zu wiederholen, das Wochenende grundsätzlich lernfrei zu halten und die Lernzeit mit Näherrücken des Ferienendes sukzessive zu erhöhen. Rund ein bis zwei Wochen vor der Prüfung sollten die Schwerpunkte dabei mehr auf dem Abprüfen und Wiederholen liegen als auf dem Einprägen neuer Stoffe.

Lernphasen

Für die tägliche Arbeitsplanung in den "Lernwochen" rät der Experte, in je eineinhalbstündigen Lernphasen zu "pauken". Anfangs genügt dabei täglich eine Lernphase, bei Heranrücken der Prüfung sollte zwei- bis drei Mal am Tag gelernt werden. Die Lernphasen selbst sollten laut Sedlak in zwei Abschnitte zu je 45 Minuten mit einer kurzen Pause dazwischen aufgeteilt werden.

In der letzten Phase vor der Prüfung empfiehlt Sedlak eine Art "Zeittraining", bei dem man sich möglichst realitätsnah auf die Stresssituation einstimmen sollte. Dazu gehören etwa das Lösen von Beispielen oder das Schreiben von Aufsätzen "gegen die Uhr". "Eine gewisse Anspannung erhöht die Leistungsfähigkeit, nur übertriebene Angst lähmt und blockiert", erklärt Sedlak. (APA)

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