Kampf gegen eine der häufigsten Frauenkrankheiten

3. August 2001, 10:27
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Netzwerk gegen große Defizite in der Grundlagenforschung bei Endometriose

Frankfurt/Main - Frankfurter und Berliner WissenschafterInnen wollen den Kampf gegen eine der häufigsten Frauenkrankheiten forcieren. Rund 15 bis 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter Endometriose, also Wucherungen, die der Schleimhaut der Gebärmutter ähneln und an Eierstöcken, Blase, Darm, im Bauchfell, der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse auftreten. ForscherInnen der Universität Frankfurt und der Freien Universität Berlin gründeten nun ein Netzwerk, das zum virtuellen Zentrum aller Kliniken und Institute werden soll, die sich mit Endometriose beschäftigen.

Die chronische Krankheit ist für die Patientinnen mit massiven körperlichen Schmerzen und psychischen Belastungen verbunden. Zu den häufigsten Folgen zählt die Unfruchtbarkeit. Nach derzeitigem Forschungsstand ist die Endometriose eine häufig fortschreitende, aber gutartige Erkrankung mit Metastasen, wie sie sonst nur bei bösartigen Tumoren auftreten. Die Endometrioseherde werden nach ExpertInnenangaben in den meisten Fällen von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst, so dass sie wie die normale Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zyklisch wachsen und bluten.

Defizite in Grundlagenforschung

Nach Angaben des Klinikums der Goethe-Universität Frankfurt am Main gibt es trotz der großen Verbreitung und der hohen Behandlungskosten derzeit in Deutschland noch große Defizite in der Grundlagenforschung zu dieser Krankheit. Dieser unbefriedigenden Situation solle mit der Gründung des Deutschen Endometriose Kompetenz- und ExpertInnen-Netzwerks DEKEN nachhaltig abgeholfen werden.

Ziel von DEKEN ist es nach Angaben der InitiatorInnen, ein Zentrum für Aktivitäten aller deutschen und europäischen Kliniken und Institute zu gründen, die an der Erforschung und Behandlung der Endometriose beteiligt sind. (APA/AP)

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